Cloppenburg - Im Cloppenburger Stadtgebiet wird’s wohl noch eine ganze Weile stinken: Denn mit der geplanten großen Lösung – einer Abwasser-Druckrohrleitung entlang der Nordumgehung – hat sich die Verwaltung aus personellen Gründen in diesem Jahr nicht beschäftigt. Und auch 2016 werde sie das Thema aus den gleichen Gründen nicht anfassen können, erklärte Bauamtsleier Armin Nöh am Dienstagabend in der Bau- und Verkehrsaussschusssitzung. Um die – von der Politik auf den Weg gebrachten – Investitionen von mehr als 20 Millionen Euro alle zeitnah abarbeiten zu können, fehle es dem Bauamt an Mitarbeitern, ergänzte Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU).
Wie berichtet, hatte der Ausschuss bereits im September 2014 die Verwaltung beauftragt, die Vorbereitungen für den Bau der rund 5,5 Millionen Euro teuren Anlage zu prüfen. Diese sollte mit separaten Druckrohrleitungen für die Abwasserströme des Kartoffelverarbeiters Emsland Food und des Schlachthofs Vion ausgestattet werden. Bislang laufen die beiden Abwässer in einem Kanal quer durch die Stadt Richtung Kläranlage. Sie reagieren unterwegs zu schwefeliger Säure, die für den beißenden Gestank unter anderem am Niedrigen Weg und auf der Osterstraße verantwortlich ist.
Mit der Ankündigung der Verwaltung wollte sich die Politik quer durch alle Fraktionen nicht einverstanden erklären. Das Thema Druckrohrleitung – so Maximilian Mayrhofer (UWG) – müsse von der Verwaltung vorrangig behandelt werden. Der Gestank könne den Bürgern nicht noch viele Jahre zugemutet werden.
Ins selbe Horn stieß Gabriele Heckmann. Das CDU-Ausschussmitglied forderte die Verwaltung auf, das Thema spätestens 2017 wieder anzufassen. So lange will Harry Lüdders (Grüne) nicht warten. „Dann müssen wir eben mehr Personal einstellen.“
