Butjadingen - Der goldene Weg, wie die maroden Wirtschaftswege in der Gemeinde Butjadingen geschont werden können, lässt sich nicht finden. In der Sitzung des Ausschusses für Bauwesen und Landwirtschaft des Gemeinderates am Dienstag machte sich bei einigen Ratsmitgliedern sogar Resignation breit.

Der Ausschussvorsitzende Jannes Bergsma bedauerte: „Es gibt immer wieder Vorschläge und Ideen, die Wege zu schonen. Aber es ist nichts dabei, was uns wirklich weiterbringt“. Und für den Unabhängigen-Ratsherrn Lambertus Poll bringen die Versuche abseits einer großen Sanierung nichts. „Das Problem ist überhaupt nicht in den Griff zu bekommen. Thema aus“, so Lambertus Poll.

Einig sind sich alle Kommunalpolitiker, dass die schmalen Wischwege für die heutigen Belastungen durch schwere Fahrzeuge nicht ausgelegt sind. Eine millionenschwere Komplettsanierung der Wege kann die Gemeinde alleine nicht stemmen. Deshalb suchte der Fachausschuss nach Alternativen, die Wege zumindest schonen. Dafür hatte der Ausschuss im vergangenen November Dr. Hans-Heinrich Kowalewsky von der Landwirtschaftskammer zu Gast, der Geschwindigkeiten und Achslasten als entscheidende Faktoren für die Schädigung der Fahrbahn nannte (die NWZ  berichtete).

Sein daraus resultierender Vorschlag, maximale Achslasten und Geschwindigkeiten für die Wege festzusetzen, wird nicht nur von der Gemeindeverwaltung abgelehnt.

Auch die Polizei riet dringend davon ab. An der Sitzung nahmen Holger Baur und Torben Freese vom Polizeikommissariat Nordenham teil. „Wenn sie auf die Achslast umstellen, sind Tür und Tor für große Lkw offen. Dann haben sie auf den Wirtschaftswegen 40-Tonner, die die Last auf fünf Achsen verteilen“, erläuterte Kommissar Torben Freese. Vielmehr sei es dringend an der Zeit, die Seitenstreifen der Wege zu verbreitern. Die für schwerere Fahrzeuge durch Sondergenehmigung erlaubte Geschwindigkeit sei mit 30 km/h aus Sicht der Polizei schon zu hoch.

Diese Sondergenehmigungen für Fahrzeuge über acht Tonnen Gewicht werden von der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises ausgestellt und darin die erlaubte Geschwindigkeit festgelegt. Ob die Gemeinde Butjadingen beim Landkreis beantragt, diese Geschwindigkeit von 30 auf 20 km/h zu senken, wollen die Ratspolitiker zunächst in den Fraktionen beraten.

Jedenfalls werde es schwierig, Gewicht und Geschwindigkeit zu kontrollieren, machte Holger Baur, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes des Polizeikommissariats deutlich. „Das Problem ist in der ganzen Wesermarsch verbreitet. Wir können leider nicht überall kontrollieren“, warb Baur um Verständnis. Möglich hingegen seien Stichproben, wie bei der Maisernte 2013. Aber auch da waren die Ratspolitiker skeptisch.

Eine Teststrecke wird die Gemeinde Butjadingen mit so genannten Signalsteinen einrichten. Die Betonsteine sollen eigentlich Verkehrsteilnehmer warnen, wenn sie die Straße verlassen. In Butjadingen sollen diese Steine auf 100 Metern zu Testzwecken einen Wirtschaftsweg um 40 Zentimeter verbreitern. Der Bauausschuss sprach sich mehrheitlich dafür aus, die notwendigen 1250 Euro dafür auszugeben. Damit will die Verwaltung Erfahrungen mit diesen Steinen sammeln, ob sie eine Alternative zur Wegeverbreiterung sein können.