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NWZonline.de Nachrichten Politik

Ärzte sollen Beihilfe zum Suizid leisten können

01.05.2014

Frankfurt Als Arzt bei einem Suizid zu helfen, „ist in meinen Augen niemals unethisch, vielmehr Ausdruck äußerster menschlicher Hinwendung des Arztes zu seinem Patienten“, schreibt de Ridder in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Mittwoch). Der Mediziner zitierte in diesem Zusammenhang den früheren Präsidenten der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe. Demnach gehöre die Beihilfe zum Suizid nicht zu den ärztlichen Aufgaben, „sie soll aber möglich sein, wenn der Arzt das mit seinem Gewissen vereinbaren kann“.

Am Dienstag hatten sich die Spitzen der Regierungskoalition bei ihrem Treffen in Königswinter bei Bonn auf einen Fahrplan für ein Gesetzgebungsverfahren zur Suizidbeihilfe geeinigt. Im Zentrum steht dabei ein Verbot jeglicher Form der organisierten Sterbehilfe. Geplant ist ebenfalls, die Begleitung schwerstkranker Menschen in Form der Palliativ- und Hospizarbeit zu stärken. Ein Gesetz könne im dritten Quartal 2015 verabschiedet werden, hieß es. Zuvor sollen in den kommenden Wochen die Fraktionen intern über das schwierige ethische Thema diskutieren, nach der Sommerpause dann überfraktionell im Bundestag.

Auch de Ridder betonte, Beihilfe zum Suizid gehöre nicht „in die Hände von Organisationen, die Selbsttötungsmaschinen anbieten und im Übrigen ihrer Pflicht, über alle palliativmedizinischen Optionen aufzuklären, oftmals nicht nachkommen“. Zugleich betonte der Internist, der bis Ende 2013 das Vivantes-Hospiz in Berlin leitete, dass sich Palliativmedizin und ärztlich assistierter Suizid nicht ausschlössen. Vielmehr könne dieser Schritt zu einer „äußersten Maßnahme palliativer Medizin“ werden. Weiter schreibt de Ridder: „Niemand hat das Recht, das „gute Sterben“ verbindlich für alle Mitglieder unserer Gesellschaft festzulegen, allein dem Schwerstkranken oder Sterbenden steht dies zu.“

Befürchtungen, wonach eine Freigabe der ärztlichen Suizidbeihilfe zu einem Dammbruch führen könne, wies der Mediziner zurück. Weder drohe ein Nachahmeverhalten noch eine Vertrauenskrise zwischen Patient und Arzt. „Auch für eine Aufweichung gesellschaftlicher Moralvorstellungen, die einer von manchen befürchteten „Entsorgung“ schwerst Pflegebedürftiger und Hochbetagter Vorschub leisten könnte, spricht nichts.“

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