Betrifft:
Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Agnes Brinkmann (NWZ v. 14. März):Unüberlegt? Instinktlos? Agnes Brinkmann hat das Bundesverdienstkreuz verdient. Ohne Einschränkung, ihr Einsatz für ihren Sohn ist bewundernswert und verdient jeglichen Respekt. Aber disqualifiziert dieses Engagement alle anderen Menschen, die pflegebedürftige Angehörige einer professionellen Pflege überantworten? Schiebt man ab, wenn man einen pflegebedürftigen Angehörigen in ein Alten- oder Pflegeheim gibt? Die zitierten Worte des Pastors Hubert Kasselmann lassen das vermuten. Wer professionelle Hilfe in Anspruch nimmt, schiebt ab. Ich vermute, er hat keinen Angehörigen je pflegen müssen, er hat keine Hilflosigkeit wegen der eigenen Unfähigkeit, das Richtige zu tun, empfinden müssen, er hat nie sich mit Demenz und ihren Folgen auseinander setzen müssen. Ich vermute, er weiß nicht, wie viel seines eigenen Lebens jemand aufgeben muss, der einen Hilflosen zu pflegen hat. Agnes Brinkmann hat das Äußerste geleistet, aber das kann nicht Maßstab für alle sein. Kasselmanns Äußerungempfinde ich als ignorant, beleidigend und herabsetzend.
Ute Obernberger49661 Cloppenburg
