Ahlhorn - „Was halten Sie von Jens Spahns Aussage, dass Hartz IV zum Leben reicht?“, wollte ein Schüler von der Ahlhorner Bundestagsabgeordneten Astrid Grotelüschen (CDU) wissen, als diese am Montag in ihrem Heimatort die Graf-von-Zeppelin-Schule besuchte. Fast zwei Stunden nahm sich die Politikerin Zeit, um den Jugendlichen der Klassen 10a und 10b sowie ihren Klassenlehrern Karsten Wulf und Bernhard Böckmann von ihrer Arbeit zu berichten und sich Fragen zu stellen. Grotelüschen antwortete, dass sie diese Aussage des amtierenden CDU-Bundesgesundheitsministers so nicht getroffen hätte. Es sei schwer, ein Urteil über Lebensverhältnisse zu fällen, die man nicht kennt.
In ihrer sitzungsfreien Woche reist Astrid Grotelüschen durch ihren Wahlkreis. Bundestagsabgeordnete sein zu dürfen, sei für sie eine Ehre. Da sie viel mit dem Auto unterwegs sei, Telefonate führen und E-Mails beantworten müsse, sei ihr ein funktionierendes Mobilfunknetz sehr wichtig. Astrid Grotelüschen sitzt im Bundestag im Wirtschafts- und Energieausschuss. Bildung und Forschung gehören zu ihren Hauptthemen. Wenn Grotelüschen – so wie kommende Woche wieder – sich in Berlin aufhält, stehen jeden Tag Sitzungen auf dem Programm.
Nach dem Treffen aller niedersächsischen CDU-Politiker am Montag stehen dienstags die Fraktionssitzungen an. Dort ist auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zugegen. Unter anderem berichte die CDU-Vorsitzende von aktuellen politischen Ereignissen, wie zum Beispiel Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. „Das ist schon eine andere Hausnummer“, hob Grotelüschen die Bedeutung von solchen Sitzungen hervor.
Hält Grotelüschen Reden im Bundestag, unterstützen ihre Mitarbeiter sie bei der Recherche. Die Reden schreibe sie stets selbst. Die Debatten können von mittags bis in die Nacht andauern. Die Reihenfolge ist vorher festgelegt. „Ich war auch schon einmal erst um 0.15 Uhr dran“, erzählte sie. Viele Politiker wohnten während der Sitzungswochen in Hotels. Das sei jedoch nichts für sie, erzählte Grotelüschen. Daher habe sie in der Hauptstadt eine Wohnung.
Da die MdB so viel von ihrem Joballtag zu berichten hatte, blieb leider nicht mehr viel Zeit für weitere Fragen. Zum Schluss wollte aber noch ein Schüler wissen: „Wie wird man eigentlich Bundestagsabgeordneter?“ Die deutsche Staatsbürgerschaft ist eine der Grundvoraussetzungen. Jeder könne sich zunächst ehrenamtlich in seinem Ort engagieren und so auch ein Stück weit Politik gestalten, sagte Grotelüschen. Der Anfang einer politischen Karriere könne beispielsweise sein, sich in den Stadtrat wählen zu lassen.
„Es ist natürlich kein Muss, aber viele treten zuvor in eine Partei ein“, erklärte die Politikerin. Grotelüschen hofft, dass der Bundestag in Zukunft noch bunter wird. Denn aktuell seien zu wenige Frauen, Menschen aus ländlichen Regionen und Deutsche mit Migrationshintergrund vertreten.
