Ahlhorn - Immer wieder sind im Rathaus Großenkneten in den vergangenen Monaten die Meldungen von Beschädigungen im öffentlichen Raum eingegangen. Einer der Vandalismus-Schwerpunkte ist das Schulzentrum in Ahlhorn. Zuletzt waren während der Osterfeiertage Graffiti auf Fensterbank, Nottreppengeländer und Holztisch gesprüht worden, wie Hausmeister Mario Kahlen berichtet. Bisher liefen Appelle und Ermittlungen weitgehend ins Leere. Jetzt probiert die Gemeinde Großenkneten ein neues Instrument aus: die Videoüberwachung.

Das Thema ist seit längerem im Gespräch gewesen. Immer wieder war es am Schulzentrum sowie an allen drei Bahnhöfen im Gemeindegebiet zu Sachbeschädigungen gekommen, ohne dass man der Täter habhaft werden konnte. „Das hat stark zugenommen“, bestätigte Erster Gemeinderat Klaus Bigalke den Anstieg in den vergangenen Jahren, „das haben wir früher so nicht gekannt“. Der Einsatz der Videotechnik soll einerseits abschrecken, andererseits die Suche nach möglichen Tätern erleichtern.

Zunächst wird die Kameraüberwachung in Ahlhorn getestet. Im Schulzentrum werden drei Stück installiert, beim Bahnhof im Bereich des Wohnmobilstellplatzes eine. Dabei sei dieses Vorgehen mit allen Beteiligten abgestimmt, so mit dem zuständigen Datenschutzbeauftragten, den Schulen und deren Personalräten, dem Landkreis (als Träger des Gymnasiums) und innerhalb der Gemeinde mit Verwaltung und Politik.

Die Regeln für die Videoüberwachung in der Gemeinden sind genau festgelegt worden. Im Schulzentrum wird der öffentliche Schulhof von zwei Kameras überwacht, zudem der Eingang des Gymnasiums. Das gilt für den Zeitraum von 20 bis 3 Uhr früh am Folgetag. Zu Schulzeiten und der nachmittäglichen Nutzung erfolgen keine Aufnahmen. Die Speicherungszeit beträgt 14 Tage, dann wird automatisch gelöscht. Gesichtet wird das Material laut Bigalke nur „bei Erfordernis“. Das heißt: Es ist in dem Zeitraum zu Sachbeschädigungen gekommen.

Auf dem Wohnmobilstellplatz hinter dem Bahnhof Ahlhorn sind die Zeiten differenzierter. Von Montag bis Donnerstag wird von 16 bis 24 Uhr aufgenommen, am Freitag von 16 bis 2 Uhr früh sowie Samstag/Sonntag von 10 bis 24 Uhr. Hier erfolgt die Speicherung des Materials kürzer: sieben Tage lang. Wie im Schulzentrum werden nur nach Vorfällen die Filme ausgewertet.

Rund 4300 Euro wendet die Gemeinde für die Videoüberwachung auf. Weitere Orte sind im Moment nicht vorgesehen. „Wir wollen erstmal herausfinden, ob es erfolgreich ist“, erläuterte Klaus Bigalke.

Ulrich Suttka
Ulrich Suttka Kanalmanagement