Oldenburg - Bei der Suche nach neuen Unterkünften für Asylbewerber kann Sozialdezernentin Dagmar Sachse gleich mehrere Erfolge vermelden. Kurzfristig besteht die Möglichkeit, in einem Anbau des Seniorenzentrums Haarentor am Schützenweg Flüchtlinge unterzubringen (NWZ  berichtete). Darüber hinaus sind noch zwei weitere Objekte für eine zeitlich befristete Anmietung im Gespräch: ein Bau auf dem Gelände der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne und das ehemalige Feuerwehr-Gebäude an der Auguststraße. „In diesen beiden Fällen läuft aber noch die Prüfung“, so Dagmar Sachse, die am Dienstagabend die Politik in einer gemeinsamen Sitzung von Sozial- und Bauausschuss über den aktuellen Planungsstand informierte.

Wie berichtet, muss Oldenburg – wie auch andere Kommunen – aufgrund der gestiegenen Asylbewerberzahl deutlich mehr Flüchtlinge unterbringen. Das Land hat bereits angekündigt, dass die Stadt pro Woche zehn Menschen aufnehmen müsse.

Zumindest vorübergehend wird der Anbau des Seniorenzentrums am Schützenweg als Asylbewerberunterkunft dienen. Mit der Diakonie schloss die Verwaltung zunächst einen Mietvertrag über ein Jahr ab. In dem 1970 errichteten Gebäudeteil, in dem bis vor zwei Jahren Berufsschüler der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) wohnten, finden 65 Menschen Platz. Zum 1. April sollen die ersten Flüchtlinge einziehen. Ein Betreiber der Unterkunft wird noch gesucht, in der Anfangszeit kümmern sich städtische Mitarbeiter um die Asylbewerber. Dagmar Sachse: „Das ist die schnellste Lösung, die wir finden konnten.“

„Wir wollten der Stadt aus der Bredouille helfen“, erklärte Diakonie-Sprecher Frerk Hinrichs. Es sei das gemeinsame Interesse, die Flüchtlinge menschenfreundlich aufzunehmen und angemessen unterzubringen. Der von der Stadt angemietete Anbau sei räumlich vom Seniorenzentrum (80 Bewohner, 75 Mitarbeiter) getrennt und habe einen eigenen Eingang.

Als mögliche weitere Asylbewerberunterkunft prüft die Verwaltung derzeit die Anmietung eines Gebäudes der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne. Falls die notwendigen baulichen Voraussetzungen erfüllt würden, könnten dort etwa 100 Menschen wohnen. Als drittes Gebäude will die Stadt die seit zwei Jahren leer stehende Feuerwehr-Unterkunft an der Auguststraße/Ecke Zeughausstraße für 40 Asylbewerber herrichten. Im Rathaus ermitteln Fachleute derzeit die Kosten der Umbauarbeiten.

Sollten die vorgesehenen Plätze nicht ausreichen, ist geplant, auf einem Grundstück an der Gerhard-Stalling-Straße Container für 100 Asylbewerber aufzustellen.

Nächstes Jahr sollen weitere Projekte umgesetzt werden. Auf einer Fläche am Pophankenweg ist der Bau einer 100-Personen-Unterkunft in Fertigmodulbauweise vorgesehen. Überdies denkt die Verwaltung daran, zwei weitere Gebäude auf dem Fliegerhorst als Gemeinschaftsunterkunft (160 Plätze) zu nutzen.