Jever - Hinter dem Baugerüst und dem Sicherheitsvlies treten die alten Zerbster Kasernen langsam wieder zu Tage: Am Oberstufengebäude des Mariengymnasiums Jever ist der Putz bereits entfernt, der alte Klinker ist wieder sichtbar. Auch alte Fenster wurden wieder frei gelegt und die im Lauf der Jahrhunderte hinzugekommenen neuen Fensteröffnungen wieder zugemauert. Auch die beiden Lichtbänder, die später das Gebäude wieder optisch dritteln sollen, sind bereits angelegt.
„Das wird ein Schmuckstück“, freute sich Frieslands Landrat Sven Ambrosy am Montag bei einer Baustellenbegehung mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Werner Kammer (Zetel), Stefan Thöle vom Schulamt und Bernd Janzen vom Gebäudemanagement sowie Schulleiter Frank Timmermann, seinem Stellvertreter Dr. Martin Lichte und Oberstufen-Koordinator Norbert Neubauer.
Das heutige Schulgebäude wurde 1736 im Auftrag des Landes Zerbst als vier einzeln stehende Kasernentürme errichtet, die später zu einem Gebäude verbunden wurden. „Das ist ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung“, betonte Ambrosy: Der Kasernenbau dokumentiere den Übergang vom Rekrutierungsheer hin zum stehenden Heer und zugleich das Engagement Zerbsts in Jever. „Eine spannende Zeit“, so Ambrosy.
Wie berichtet, bedurfte der alte Bau seit vielen Jahren dringend der Sanierung, zudem entsprachen die engen Flure und Treppenaufgänge schon lange nicht mehr den Erfordernissen einer Schule.
Deshalb wird die alte Kaserne innen komplett neu aufgebaut und schultauglich gemacht, der einstöckige Anbau auf der Nordseite wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
2,2 Millionen Euro lässt sich der Landkreis die Sanierung und Modernisierung kosten, wovon rund 1,1 Millionen Euro förderfähig durch den Denkmalschutz sind. Einen Zuschuss von 150 000 Euro hat Kammer von seinem Fraktions-Nachbarn, dem Staatsminister für Kultur, Bernd Naumann, eingeworben (die NWZ berichtete). Wie Kammer mitteilte, wird Naumann am 19. Dezember selbst nach Jever kommen.
Weitere 50 000 Euro wurden von Landessparkasse zu Oldenburg, Oldenburgischer Landschaft und Lottostiftung zugesagt. „Damit bleiben noch rund 900 000 Euro für den Kreis“, sagte Ambrosy. Für 1,1 Millionen Euro wird das Oberstufengebäude auch von der Ausstattung her auf den neusten Stand gebracht.
Im August 2013 soll das Oberstufengebäude wieder für den Unterricht zur Verfügung stehen. Dann können nicht nur die während der Bauphase an die Schule am Schlosserplatz ausgelagerten Oberstufenschüler zurückkehren, sondern sukzessive auch die Jahrgänge vom Standort Schortens nach Jever umziehen.
