Wildeshausen - Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige des Alexanderstifts in Wildeshausen haben am Montag für eine Reform des Pflegegesetzes protestiert. „Es ist fünf vor zwölf – die Diakonie fordert mehr Tempo bei der Umsetzung der großen Pflegereform“, sagte die Leiterin des evangelischen Altenzentrums, Jana Beuermann, als sie auch Bürgermeister Dr. Kian Shahidi zur Kundgebung begrüßte.

Die Wildeshauser beteiligten sich an einem bundesweiten Diakonie-Aktionstag „Rettungsdienst Altenpflege“. Aus dem Oldenburger Land beteiligen sich alle kirchlich-diakonischen Einrichtungen und Dienste der Altenpflege aus Großenkneten, Wardenburg, Brake, Delmenhorst, Esens, Oldenburg, Nordenham, Varel, Wangerland, Westerstede, Wilhelmshaven und Zetel. Die vier zentralen Forderungen lauten würdevolle Pflege, familiäre Entlastung, gerechte Finanzierung und attraktive Ausbildung.

Jana Beuermann hat wie ihre Kollegen Postkarten mit den Forderungen der Altenpflegerinnen ausgefüllt und sie zum Bundesgesundheitsministerium geschickt. „Wir fordern mehr Tempo bei der Umsetzung der Pflegereform“, sagte sie. Seit Jahren werde über die Notwendigkeit gesprochen, doch es passiere nichts. „Mit einer guten Bezahlung auf dem Niveau des kirchlichen Tarifvertrages wären mehr Menschen bereit, in der Altenpflege zu arbeiten“, so Beuermann. Deshalb forderten die Wildeshauser Altenpfleger auf ihren Plakaten nicht nur eine angemessene Bezahlung, sondern auch auch gleiche Pflegesätze für alle Bundesländer. Niedersachsen steht mit den Pflegesätzen in der unteren Hälfte in Deutschland.

Die Diakonie setzt sich aber auch für die Angehörigen ein. „Trotz ambulanter Versorgung brauchen die Familienangehörigen mehr Unterstützung, zum Beispiel durch Pflegekurse und Beratungsangebote“, so Beuermann; denn die Angehörigen trügen die Hauptlast in der Pflege. Die Schulungen sollten Pflichtleistungen und von den Krankenhassen finanziert werden.

Für die Wildeshauser Altenpflegerinnen ist der Protesttag am Montag nicht der einzige gewesen, um den Forderungen ihrer Branche Nachdruck zu verleihen. Am Donnerstag, 5. Juni, starten acht Altenpflegerinnen und Altenpfleger in Bremen beim Lauf „B2RUN“ für Firmen. Dort werden diverse Diakonie-Mitarbeiter in eigens dafür angefertigten T-Shirts auf ihre Sorgen in der Altenpflege aufmerksam machen.

Im Alexanderstift in Wildeshausen arbeiten 80 Personen. 84 Personen wohnen dort. Ferner gibt es zwölf Plätze in der Tagespflege.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg