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NWZonline.de Nachrichten Politik

Analyse: Der islamische Terror formiert sich neu

24.01.2020

Die Dschihadisten, die Wabwa Ampougovnis Sohn und zwei Enkel töteten, wollten die Opfer leiden sehen: Zuerst schnitten sie ihre Hälse von hinten durch, dann von vorne. Mit ihnen wurde ein weiteres Dutzend Menschen beim Überfall der Extremisten in Natiaboani in Burkina Faso umgebracht.

Im Osten des westafrikanischen Landes hat die islamistische Gewalt zuletzt spürbar zugenommen, nachdem Dschihadisten unterschiedlicher Couleur schon seit Langem in der Sahel-Region Angst und Schrecken verbreiteten. Fast 1000 Menschen aus der örtlichen Bevölkerung wurden 2019 von Milizen und Kämpfern mit Verbindung zum islamischen Extremismus getötet. Dies geht aus Zahlen der Organisation ACLED mit Sitz in den USA hervor, die Daten zu Konflikten sammelt und analysiert. Nach UN-Angaben hat die Gewalt im Norden und Osten von Burkina Faso, wo das Land an Mali und Niger grenzt, zudem schon mehr als eine halbe Million Menschen in die Flucht geschlagen. Diese Bewegungen haben auch Bedeutung für Zielländer in Europa und Amerika.

Von der dschihadistischen Gewalt des Nachbarlandes Mali, wo die vorrückenden Extremisten 2013 eine französische Militärintervention auslösten und auch die Bundeswehr im Einsatz ist, blieb Burkina Faso lange verschont. Inzwischen aber sind die islamistischen Kämpfer auch dort auf dem Vormarsch. Es bilden sich neue terroristische Zentren, die auch über die Region hinaus zur Bedrohung werden können, wie das einst in Afghanistan oder Syrien der Fall war. „Die Terrorangriffe werden schlimmer, sie kommen näher an die Hauptstadt“, sagt der burkinische Analyst Siaka Coulibaly. „Und die wahre Herausforderung dabei ist, dass wir keine Antwort der Regierung sehen können.“

Der Sturz des langjährigen Präsidenten Blaise Compaoré Ende 2014 half, den Extremisten den Weg zu ebnen. Die Streitkräfte waren geschwächt, eine aufgelöste Sondereinheit wurde nicht ersetzt. Gut ein Jahr später verzeichnete Burkina Faso dann den ersten großen Angriff.

Dabei ist an der Grenze zum Niger vor allem der „Islamische Staat in der Großsahara“ (ISGS) aktiv. An der malischen Grenze sind es besonders mit der Al-Kaida verbundene Islamisten. Die international vernetzten Dschihadisten profitierten auch vom Goldabbau, hieß es in einem Bericht der International Crisis Group vom November.

„Wir sind in einem Krieg, in den wir gezwungen wurden“, sagt der burkinische Regierungssprecher Remis Fulgance Dandjinou im Gespräch mit der AP. Die Lage sei kritisch. „Aber wir sind überzeugt, dass wir gewinnen werden.“ Zur Stärkung der Sicherheit arbeiteten die Streitkräfte nun bei der Ausbildung auch mit Frankreich und den USA zusammen.

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