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NWZonline.de Nachrichten Politik

Eine Stimme für liberale Muslime

27.02.2019

Muslime in Deutschland sind meist nicht organisiert. Ausnahmen sind die Islamverbände, die zum Teil vom Ausland unterstützt werden und meist als konservativ gelten. Für den Staat sind sie oft die einzigen Ansprechpartner, etwa beim islamischen Religionsunterricht.

Die neu gegründete „Initiative säkularer Islam“ kritisiert diese Zusammenarbeit. Sie wolle „säkularen Muslimen eine Stimme geben, die bisher nicht präsent waren“, erklärte ihr Sprecher Ali Ertan Toprak bei einer Podiumsdiskussion in Berlin. Prominente Muslime hatten die Initiative anlässlich der vierten Islamkonferenz im November 2018 gegründet, unter ihnen die Anwältin Seyran Ates, der Psychologe Ahmad Mansour, der Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad und Grünen-Politiker Cem Özdemir. In ihrem Gründungsdokument fordern sie ein zeitgemäßes Islamverständnis und eine weitgehende Trennung von Religion und Staat.

Im Zentrum ihrer Kritik stehen die Islamverbände: „Wir wollen uns nicht abfinden mit der wachsenden Macht eines demokratiefernen, politisierten Islams, der die Deutungshoheit über den gesamten Islam beansprucht.“

Vor allem wenden sich die Initiatoren gegen einen politischen Islam – der ihrer Ansicht nach von Islamverbänden befördert werde. Ates sagte dazu: „Das Bild der Muslime, das Bild der Menschen aus muslimischen Ländern ist so viel bunter, als wir das aktuell durch diese großen Verbände und Moscheegemeinden sehen.“

Aus Sicht von Abdel-Samad verliert der politische Islam in der arabischen Welt in puncto Legitimation und Glaubwürdigkeit bereits an Boden. Im Westen werde ihm jedoch „eine Rettungsweste“ gereicht. Das Hauptproblem seien „nicht ein paar Salafisten oder IS-Rückkehrer“, sondern anerkannte und gut vernetzte „Krawatten-Islamisten“, meinte der Islamkritiker.

Die Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam, Susanne Schröter, bezeichnete den politischen Islam als ein System, „das die Welt organisieren will anhand einer wörtlichen Auslegung des Koran“. Als großes Problem sieht sie eine zunehmende Radikalisierung von Jugendlichen – trotz Säkularisierung auch im Islam. Charismatischen Akteuren gelinge eine neue „Welle der Re­krutierung“. An Hochschulen etwa zeigten sich gut ausgebildete Studenten, die „voll islamistisch agieren“. Dagegen fehlten bisher Konzepte.

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