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NWZonline.de Nachrichten Politik

Ernüchterung und Stillstand in Simbabwe

27.12.2018

Jubel im Parlament, Feiern auf den Straßen: Als Robert Mugabe Ende November 2017 seinen Rücktritt erklärte, schien die Zeit in Simbabwe angehalten. Das Ende der Ära Mugabe, der sich seit der Unabhängigkeit 1980 an die Macht geklammert hatte, verhieß ein Ende von Misswirtschaft und Krise.

Doch mehr als ein Jahr später sind die Hoffnungen auf Wandel zerstört. Die Wirtschaft liegt nach wie vor am Boden, Menschenrechtler berichten von anhaltender Gewalt und Repression. Im Land wächst der Unmut über dessen Nachfolger Emmerson Mnangagwa. Tausende gingen im November im ganzen Land auf die Straße und forderten die Regierung auf, ihre Versprechen von neuen Arbeitsplätzen und wirtschaftlichem Aufschwung endlich einzulösen. „Uns geht es schlechter“ als unter Mugabe, sagte Oppositionsführer Nelson Chamisa. Die Regierung verbreite nur einen „Cocktail aus Lügen“.

Tatsächlich zeigt die schon unter Mugabe marode Wirtschaft keine Zeichen der Erholung. Die Inflation ist sogar noch schlimmer geworden, vor den Banken stehen die Menschen in langen Schlangen an, um Bargeld abzuheben. Bei Grundnahrungsmitteln kommt es zu Engpässen, Speiseöl und Trinkwasser in Flaschen wurden rationiert.

Die Lage sei „nicht ermutigend“ resümiert die Simbabwe-Expertin Julia Grauvogel vom Hamburger Giga-Institut für Afrika-Studien. „Bis auf Initiativen in den Städten, bei der gut gebildeten Mittelschicht, haben sich die Simbabwer wenig öffentlichen Raum zurückerobern können.“ Manche Medien trauten sich inzwischen mehr. „Das heißt aber nicht, dass Mnangagwa nicht gegebenenfalls genauso harsch durchgreifen würde wie Mugabe“, sagt Grauvogel.

Mnangagwa, ein langjähriger Wegbegleiter Mugabes, betont unterdessen, es gebe bereits Anzeichen einer wirtschaftlichen Besserung. Die neue Steuer auf elektronischen Zahlungsverkehr und das Eindämmen der Korruption sollen dazu beigetragen haben, das Haushaltsdefizit einzufangen. Doch die einzig sichtbare Auswirkung des Kampfes gegen Korruption sieht Grauvogel im Straßenbild: „Früher gab es viele Straßenblockaden, mit denen Polizisten niederer Dienstgrade ihr Einkommen aufbesserten. Die sind verschwunden.“

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