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NWZonline.de Nachrichten Politik

Analyse: Griechenland bleibt militärische Macht

02.07.2019

Ein Beinahe-Staatsbankrott im Frühjahr 2010, dem bis zum Sommer 2018 gleich drei Kreditprogramme in Folge mit rigorosen Sparauflagen folgten, haben der Verteidigungskraft von Euro-Sorgenkind Griechenland nichts anhaben können.

Nach der jüngsten Auswertung des angesehenen Fach-Portals Globalfirepower.com rangiert Griechenland unter den weltweit 137 militärisch stärksten Nationen mittlerweile auf Platz 28.

Demnach stünden den griechischen Streitkräften im Zehn-Millionen-Einwohner-Land knapp fünf Millionen Griechen zur Verfügung. Geeignet für eine Mobilisierung seien allerdings nur etwa vier Millionen. Das hellenische Militär zählt im Frieden ein Personal von 360 500 Männer und Frauen, darunter 140 000 aktive Soldaten.

Griechenlands Verteidigungsbudget beläuft sich umgerechnet auf 6,54 Milliarden US-Dollar. Damit kann sich Hellas 600 Militärflugzeuge, 4209 gepanzerte Kampffahrzeuge, darunter 1345 Kampfpanzer, dreizehn Fregatten und elf U-Boote leisten. Trotz – und auch wegen dieser massiven Militärausgaben – bleibt Griechenland hoch verschuldet

Zwar ist Griechenlands Staatshaushalt mittlerweile saniert: Hellas erwirtschaftet seit 2016 fette Haushaltsüberschüsse. Doch an der Lage hat das nichts geändert. Gemessen an der jährlichen Wirtschaftsleistung liegt Griechenland bei der Verschuldung hinter dem ewigen Spitzenreiter Japan weltweit auf Platz zwei. Seine Staatsschulden belaufen sich laut offiziellen Angaben per Ende März 2019 auf genau 357,69 Milliarden Euro. Allein beim Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) steht Athen mit exakt 252,66 Milliarden Euro in der Kreide. Dies entspricht rund 70 Prozent seiner Staatsschuld. Brisant: Im Vergleich zum Jahr 2009 ist die griechische Staatsschuld nominal sogar gestiegen – dem harten Sparkurs in Athen zum Trotz. Per Ende 2009 betrug sie knapp 300 Milliarden Euro.

Weltranglistenführer in Sachen Verteidigungskraft bleiben die USA. Es folgen Russland und China. Deutschland belegt Platz zehn, die Schweiz kommt auf Platz 33 und Österreich belegt Platz 56.

Insbesondere Griechenlands Nachbar und Erzrivale Türkei ist gut gerüstet. Die Türkei belegt weltweit Platz neun mit einem Rüstungsetat in Höhe von umgerechnet 8,6 Milliarden US-Dollar. Und das ist auch der Hintergrund der massiven Aufrüstung und des großen Militärs in Griechenland: Es herrscht ein permanentes Gefühl der Bedrohung durch den Nato-Partner Türkei. Angeheizt wurde das nicht zuletzt durch Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, mit denen er indirekt den Anspruch auf Inseln in der Ägäis erneuerte, die nach dem Ersten Weltkrieg griechisch geworden waren.

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