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NWZonline.de Nachrichten Politik

Grüner Machtkampf um Parteivorsitz

26.10.2018

Wenn die niedersächsischen Grünen an diesem Wochenende in Celle zu ihrem Parteitag zusammenkommen, geht es um einen Richtungsstreit in der Partei, die auf Bundesebene gerade zum Höhenflug angesetzt hat. Einer der Tagesordnungspunkte befasst sich mit der Wahl des Landesvorstandes. Für Amtsinhaber Stefan Körner stand schon im Sommer fest, dass er erneut für den Landesvorsitz kandidieren will.

Körner steht allerdings parteiintern vor allem aus dem Lager des früheren Agrarministers Christian Meyer in der Kritik. Meyer, dem linken Flügel der Partei zuzurechnen, hatte Anfang September einen „Neuaufbruch“ der Grünen gefordert und mit dem Gedanken gespielt, sogar selbst zu kandidieren. Der eher ruhige und gelassene Realo-Vertreter Körner ist vielen zu unauffällig, zu blass, zu zurückhaltend.

Regierung oder Fundamentalopposition? Alternative im System oder zum System? Über diese Fragen tobt in den 80ern der Streit der Strömungen. Die „Fundis“ – also die Fundamentalisten – lehnen Kompromisse mit etablierten Parteien ab und sind radikal systemkritisch. Die „Realos“ – die Realpolitiker – wollen Koalitionen ermöglichen und das System von innen heraus reformieren. Der aktuelle Machtkampf bei den niedersächsischen Grünen entzündet sich nun allerdings nicht zwischen „Fundis“ und „Realos“. Schließlich war Christian Meyer vom linken Flügel der Grünen in der vergangenen Legislaturperiode selbst als Landwirtschaftsminister in der Regierung – zum Unmut etlicher Landwirte aus ganz Niedersachsen und insbesondere aus dem Nordwesten. Aber Meyer, für seine oft zugespitzten Reden und sein hohes politisches Engagement bekannt, wünscht sich offenbar mehr Dampf an der Spitze der Landes-Grünen. Meyer will einen Neustart der Partei und meint offenbar, dass dieser mit Körner, 41-jähriger Sozialwissenschaftler aus Hannover, nicht zu schaffen ist. Bei der Kritik außen vor bleibt die Co-Vorsitzende Anne Kura (34) aus Osnabrück, seit März Nachfolgerin von Meta Janssen-Kucz aus Leer.

So geht es um den männlichen Spitzenplatz, den Teile der Partei neu besetzt wissen wollen. Zwischenzeitlich war es wieder ruhig um Meyer geworden, auch seine Kandidatur blieb aus. Doch seit Mitte dieses Monats steht fest, dass es bei den Grünen am Wochenende zum Kampf um den Landesvorsitz kommen wird. Der 57-jährige Meyer-Vertraute Hans-Joachim Janßen aus der Wesermarsch fordert Stefan Körner aus Hannover heraus. Beobachter vermuten Christian Meyer als Strippenzieher hinter der Bewerbung. So dürfte sich am Ende wohl der linke Parteiflügel hinter Janßen stellen, Körner indes weiß die Realos hinter sich. Im Interview mit dieser Zeitung gaben die Kontrahenten sich noch gelassen, am Sonnabend müssen sie liefern, nur einer kann gewinnen.

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