• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

Analyse: Scharfe Töne zwischen Berlin und Rom

28.05.2018

Deutschland gegen Italien – ein harter Schlagabtausch auf dem politischen Parkett: In Italien fühlt man sich belehrt vom deutschen Zeigefinger, der schneller gehoben wird, als die neue Regierung beginnen kann. In Deutschland sorgt man sich wegen geplanter Mehrausgaben der Koalitionspartner Fünf-Sterne-Bewegung und Lega und befürchtet eine neue Euro-Krise.

Eine heikle Personalie brachte das Fass zum Überlaufen: die des künftigen Finanzministers. Die rechtsnationale Lega beharrt auf dem Euro- und Deutschland-Kritiker Paolo Savona. Und weil Italien hoch verschuldet ist und unter der neuen Regierung noch mehr Schulden machen will, ist das eines der wichtigsten Ämter der künftigen Regierung aus Lega und Fünf Sternen.

Der Sarde lässt die Emotionen hochkochen, obwohl er noch gar nicht ernannt ist. Seine Thesen sind in der Tat nicht schmeichelhaft für die Deutschen. So sagt er den „tedeschi“ immer noch Kolonialmachts- und Nazi-Fantasien nach. In seiner Autobiografie heißt es: „Deutschland hat seine Vision für seine Rolle in Europa nach dem Nationalsozialismus nicht geändert, obwohl es sich von der Vorstellung verabschiedet hat, dies mit Waffengewalt durchzusetzen.“

Bei einer Veranstaltung sagte er auch, dass das heutige Deutschland denselben Plan habe wie „unter Minister Funk“. Walther Funk war im Nationalsozialismus Hitlers Wirtschaftsminister. Der Euro sei ein „Käfig“, der vor allem den Deutschen nutze. Italien müsse deshalb einen „Plan B“ ausarbeiten und sich so auf einen Ausstieg aus dem Euro gefasst machen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Newsletter zur Wahl im Nordwesten erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Der ehemalige italienische Finanzminister Vincenzo Visco sprach von einer selbstmörderischen anti-deutschen Haltung. Doch ein Finanzminister nach deutschem Geschmack ist so ungefähr das letzte, worauf sich Lega-Chef Matteo Salvini einlassen will. Er hat schon lange die Nase voll vom deutschen Lehrmeister, der sich seiner Meinung nach besser um seine eigenen Angelegenheiten kümmern sollte. Jede Warnung deutscher Politiker wird als Einmischung gewertet.

Deutschlands Blick auf die Dinge interessiere weder die Lega noch die Sterne, sagt Wolfango Piccoli von der Denkfabrik Teneo. „Berlin ist nach ihrer Ansicht die Nemesis, nicht der Partner.“ Mit Savona als Finanzminister könnten sie sich vor ihren Wählern weiter als europakritisch profilieren. Nun soll aber auch Staatspräsident Sergio Mattarella etwas gegen die Ernennung Savonas haben und hat dies angeblich dem designierten Ministerpräsidenten Giuseppe Conte klargemacht. Will die neue Regierung in puncto Staatsverschuldung verhandeln, dann ist es sicherlich nicht förderlich, mit Berlin auf Konfrontationskurs zu gehen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.