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Aktualisiert vor 3 Minuten.

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NWZonline.de Nachrichten Politik

Spanien seit Jahren im Visier des IS-Terrors

19.08.2017

Spanien ist seit vielen Jahren ein wichtiges Operationsgebiet islamistischer Terroristen. Madrid war am 11. März 2004 Schauplatz des größten dschihadistisch motivierten Terroranschlags in Europa. Bei der Detonation von Bomben in vier Pendlerzügen wurden 191 Menschen getötet und mehr als 1500 verletzt. Die spanischen Sicherheitskräfte, die sich bis dahin auf den Kampf gegen den Terror der baskischen Untergrundorganisation ETA konzentriert hatten, mussten radikal umdenken.

Seit damals startete die Polizei nach einer Aufstellung des Innenministeriums in Spanien 220 Anti-Terror-Operationen und nahm 723 mutmaßliche Dschihadisten fest. Die Tendenz ist steigend. Allein seit Anfang 2017 gab es 36 Polizei-Aktionen dieser Art, genau so viele wie im gesamten Jahr 2016.

Neben den spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla gelten Katalonien und die Regionalhauptstadt Barcelona als Brennpunkte des islamistischen Terrors in Spanien. Im Jahr 2008 verhinderte die Polizei eine Serie von Selbstmordanschlägen auf die U-Bahn von Barcelona, weil die Sicherheitskräfte durch einen V-Mann rechtzeitig Wind von den Terrorplänen bekommen hatten.

„Barcelona ist in den letzten Jahren zu einer großen Sorge für die Sicherheitskräfte geworden“, schrieb die Zeitung „El País“. „Im Großraum um die Stadt gab es seit 2012 insgesamt 30 antiislamistische Polizei-Aktionen mit 62 Festnahmen, mehr als in jeder anderen Provinz des Landes.“

Terror-Organisationen wie Al-Kaida oder Islamischer Staat riefen ihre Anhänger immer wieder dazu auf, mit Anschlägen in Spanien das Land für die Muslime „zurückzuerobern“. Dabei verweisen sie gern darauf, dass weite Teile der Iberischen Halbinsel im Mittelalter mehrere Jahrhunderte unter maurisch-islamischer Herrschaft gestanden hatten.

In Spanien gilt seit gut zwei Jahren die Terrorwarnstufe vier, die zweithöchste von insgesamt fünf Alarmstufen. Sie bedeutet, dass die Sicherheitskräfte die Gefahr eines Anschlags als „groß“ einschätzen. Strategisch wichtige Einrichtungen wie Flughäfen oder Bahnhöfe werden einem besonderen Schutz unterstellt. Die Regierung sah bislang von einer Anhebung auf die Warnstufe fünf ab. Diese hätte auch eine Einbeziehung des Militärs in die Sicherheitsvorkehrungen zur Folge.

Von der ETA geht heute praktisch keine Gefahr mehr aus. Die Organisation hatte 2011 einen „definitiven Gewaltverzicht“ erklärt und seither keine Anschläge mehr verübt.

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