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NWZonline.de Nachrichten Politik

Wie jüdisch sollte das Jüdische Museum sein?

26.06.2019

Wie viel Judentum sollte in einem jüdischen Museum stecken, welche Rolle dabei Israel als Staat der Juden spielen? Nicht erst seit dem Rücktritt seines Direktors gibt es Streit um das Jüdische Museum Berlin (JMB). Die Museumsempfehlung eines Artikels über die antiisraelische Kampagne BDS ist vorläufiger Schlusspunkt. Peter Schäfer trat zurück, „um weiteren Schaden“ abzuwenden, wie es hieß.

Weniger als ein Jahr vor der Eröffnung der neuen Dauerausstellung im größten jüdischen Museum Europas mit bisher mehr als elf Millionen Besuchern steht das Haus aus dem Bereich von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) vor heiklen Entscheidungen. Eine Kommission muss nun einen Nachfolger für Schäfer finden – keine leichte Aufgabe angesichts der Querelen.

Zwar hatte Direktor Schäfer die umstrittene Leseempfehlung nicht selbst über Twitter abgesetzt. Bis zuletzt musste er viele Vorwürfe an das Museum abwehren – und brachte sich dabei selbst in die Kritik.

Dabei war die Eröffnung im Bau des Architekten Daniel Libeskind 2001 als deutsch-jüdischer Meilenstein gefeiert worden. Damals gab es Einvernehmen über die Ausrichtung des Museums mit seiner Schau zu 2000 Jahren jüdischen Lebens in Deutschland.

Dann gab es massive Kritik: So forderte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im vergangenen Jahr auf, die Ausstellung „Welcome to Jerusalem“ abzusetzen. Das Museum stelle dort einseitig die palästinensische Sicht auf die Stadt da.

Kritik gab es auch, nachdem Schäfer den iranischen Kulturattaché im Museum zum Besuch empfangen hatte, also einen Vertreter jenes Landes, das die Auslöschung Israels zur Staatsräson erklärt hat. Der Direktor räumte ein, die Einladung sei ein Fehler gewesen.

„Das Maß ist voll. Das Jüdische Museum Berlin scheint gänzlich außer Kontrolle geraten zu sein“, erklärte der Zentralrat der Juden, nachdem das Museum einen „taz“-Artikel getwittert hatte. Darin kritisierten Wissenschaftler den Bundestagsbeschluss, die BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen) gegen Israel als antisemitisch einzustufen. Zuvor hatte der Zentralrat gefordert, das Museum müsse „jüdischer“ werden.

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