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NWZonline.de Nachrichten Politik

Weltkriegsende Vor 70 Jahren: „Anlass zur Dankbarkeit“

09.05.2015

Berlin /Dachau /Lebus 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa haben Politiker und Kirchen die Verantwortung nachfolgender Generationen für Frieden und Menschenwürde betont. Bundespräsident Joachim Gauck legte am Freitag an der russischen Kriegsgräberstätte im ostbrandenburgischen Lebus einen Kranz nieder. In Berlin würdigten Bundestag und Bundesrat die Alliierten als Befreier Europas. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete das Kriegsende am 8. Mai 1945 als „Anlass zur Dankbarkeit“.

Gauck sagte, der von Deutschland ausgegangene Krieg habe unermessliches Elend über viele Millionen Menschen in allen Teilen der Welt gebracht. Besonders viele Menschen hätten noch in den letzten Kriegstagen den Tod gefunden. „Ich verneige mich vor ihrem Leid und dem Leid und der Leistung derer, die gegen Hitler-Deutschland gekämpft und Deutschland befreit haben und ich bin dankbar dafür“, sagte das Staatsoberhaupt.

Deutschland habe sich nicht aus eigener Kraft von der Nazi-Diktatur befreit, sondern sei von den alliierten Truppen militärisch besiegt worden, betonte der Bundespräsident. Bei der Gedenkveranstaltung nahe der polnischen Grenze wurde er von Botschaftern mehrerer sowjetischer Nachfolgestaaten begleitet. In Lebus sind 4.822 sowjetische Soldaten begraben.

Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) würdigte die Alliierten als Befreier des europäischen Kontinents. Die Siegermächte hätten Deutschland nach dem Krieg trotz der nationalsozialistischen Verbrechen aufgefangen, sagte er in einer Gedenkstunde im Bundestag. „Diese Bereitschaft unserer Nachbarn zur Versöhnung ist historisch ebenso beispiellos wie die Katastrophe, die ihr vorausgegangen war“, sagte er. Für die Deutschen sei die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte später zum schmerzhaften Prozess der inneren Befreiung geworden.

Der Historiker Heinrich August Winkler rief die Deutschen dazu auf, sich auch in Zukunft dem dunkelsten Kapitel ihrer Geschichte zu stellen. „Abgeschlossen ist die deutsche Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit nicht, und sie wird es auch niemals sein“, sagte er in seiner Gedenkrede im Parlament. Aus der Geschichte leite sich die besondere Verantwortung ab, „unter allen Umständen die Unantastbarkeit der Würde jedes einzelnen Menschen zu achten“. Dabei müsse jede Generation ihren eigenen Zugang zur deutschen Vergangenheit suchen. „Niemand erwartet von den Nachgeborenen, dass sie sich schuldig fühlen“, sagte Winkler.

Der amtierende Bundesratspräsident und hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erinnerte an den im Januar gestorbenen Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Dieser hatte den 8. Mai vor 30 Jahren erstmals offiziell als „Tag der Befreiung“ bezeichnet. Nicht alle hätten dies damals so empfinden können, etwa Kriegsgefangene oder Vertriebene, sagte Bouffier. Entscheidend sei aber gewesen, „dass die Befreiung von der Nazidiktatur die Grundlage für ein neues und demokratisches Deutschland“ ermöglicht habe.

Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm forderte als Konsequenz des Krieges, dass „kein Mensch sich an Gottes statt stellen darf.“ In der NS-Zeit hätten sich einzelne Menschen als Götter aufgespielt und über Leben und Tod entschieden, viele andere hätten weggeschaut, sagte der bayerische Landesbischof bei einem Gottesdienst in der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Versöhnung heute sei nur aus der Erinnerung möglich - auch an die sechs Millionen Juden, an die Sinti und Roma, an Homosexuelle und an Menschen mit Behinderungen, die von den Nazis ermordet wurden.

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