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Wiesenthal-Zentrum: Anti-Israel-Artikel weckt Argwohn

28.12.2016

Oldenburg /Los Angeles Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Los Angeles wird an diesem Mittwoch seine jährliche Liste der weltweit schlimmsten antisemitischen Vorfälle veröffentlichen. In der Liste für das Jahr 2016 erscheint auch Oldenburg. Das Papier liegt dieser Zeitung exklusiv vor.

Das Wiesenthal-Zentrum bezieht sich dabei auf die Affäre um die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und den Oldenburger Lehrer Christoph Glanz. Glanz hatte in der Publikation der Oldenburger GEW einen antiisraelischen Artikel publizieren wollen. Proteste verhinderten das Erscheinen. Die Oldenburger Lehrergewerkschaft entschuldigte sich nach einem Sturm der Empörung aus Israel, den USA und Deutschland später. Zuvor hatten sich sowohl die Bundes- als auch die Landes-GEW von ihrer Oldenburger Filiale distanziert. Der Fall hatte in israelischen und deutschen Medien große Beachtung gefunden.

Das Wiesenthal-Zentrum kritisiert in seiner Liste den Ruf des Artikels nach einem totalen Boykott Israels. Zudem verweist es auf Äußerungen Glanz’, der in sozialen Medien „die Auslöschung Israels und den Transfer der Juden nach Südwestdeutschland“ das Wort geredet habe. Glanz ist ein Aktivist der so genannten BDS-Bewegung. BDS steht für Boykott, Deinvestment und Sanktionen. Die Bewegung fordert einen umfassenden Boykott Israels, um den Konflikt mit den Palästinensern zu deren Gunsten zu lösen. Der BDS-Bewegung werfen Kritiker Antisemitismus vor.

Auf ihrem vergangenen Bundesparteitag hat die CDU BDS deutlich verurteilt. In dem Beschluss heißt es: „Die CDU Deutschlands erklärt mit diesem Antrag ihre Missbilligung und Ablehnung jeglicher BDS-Aktivitäten und verurteilt diese als antisemitisch. Jeglichen Aktionen, die Israel feindlich begegnen, tritt die CDU Deutschlands entschieden entgegen.“

Neben der Oldenburger BDS-Affäre führt die Wiesenthal-Liste unter anderem verschiedene antiisraelische Beschlüsse der UN, antijüdische Strömungen in der britischen Labour-Party sowie antisemitische Ausschreitungen im Weltsport auf.

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum ist eine renommierte Nichtregierungsorganisation, die sich der Bekämpfung des weltweiten Antisemitismus verschrieben hat.

Gegendarstellung

In der NWZ  vom 28.12.2016 wird unter der Überschrift „Anti-Israel-Artikel weckt Argwohn“ auf Seite 4 das Wiesenthal-Zentrum zitiert, welches über mich behauptet hatte, dass ich der „Auslöschung Israels und den Transfer der Juden nach Südwestdeutschland“ das Wort geredet hätte. Beide Behauptungen sind falsch. Ich habe niemals der Auslöschung Israels oder dem Transfer von Juden das Wort geredet, weder nach Südwestdeutschland noch anderswohin.

Christoph Glanz

Wardenburg

Anmerkung der Redaktion: Nach § 11 des niedersächsischen Pressegesetzes sind wir verpflichtet, eine Gegendarstellung der Person zum Abdruck zu bringen, die durch eine in dem Druckwerk aufgestellte Tatsachenbehauptung betroffen ist. Diese Verpflichtung besteht unabhängig davon, ob die in der Gegendarstellung enthaltenen Tatsachen zutreffend sind.

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