Ziegelhofviertel - „Also, bei mir haben sich noch keine Eltern darüber beschwert, dass der Weg zum Kindergarten zu dunkel ist. Und ich selbst habe das bisher auch noch nicht bewusst wahrgenommen“, sagt Martina Steinmann, Leiterin der Kindertagesstätte Ziegelhof.
Und doch scheint das Thema Straßenbeleuchtung viele Bewohnern des Ziegelhofviertels zu beschäftigen. So sieht es jedenfalls der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Wulf. 2011 waren die alten Straßenlaternen von 1962 gegen moderne Leuchten mit einer Spiegeloptik ausgetauscht worden. Sie lenken das Licht zielgerichtet auf die Verkehrsfläche und reduzieren so störende Lichtimmissionen und den Energieverbrauch, heißt es von Seiten der Stadt.
Wulf sieht das anders: „Seit der Aufstellung der neuen Straßenlaternen im Viertel erscheint es den Anwohnern viel dunkler als vorher“, sagt er, der selbst auch in der Gegend wohnt. Es sei nicht hinnehmbar, dass Kinder früh morgens in fast kompletter Dunkelheit im Ziegelhofviertel zum Kindergarten oder zur Grundschule gehen oder mit dem Rad fahren müssen, findet er. Viel zu groß sei die Gefahr, dass sie von Autofahrern übersehen würden. Auch für ältere Menschen und Sehbehinderte bedeute die derzeitige Beleuchtung ein Risiko, was laut Wulf dazu führe, dass sie sich bei Einbruch der Dunkelheit kaum noch auf die Straße trauten, weil sie Mühe hätten, ihren Weg zu finden.
„Leider ist das Licht jetzt in der Tat nicht mehr ausreichend, so dass man, wenn man auf der der Laternenseite gegenüberliegenden Straßenseite läuft, teilweise eine Taschenlampe benötigt, um nicht zu stolpern und ins totale Dunkel zu laufen“, so Wulf.
Es sei nun am Oberbürgermeister, der Stadtverwaltung und den Fraktionen im Rat, sich dieses Problems anzunehmen. „Dies ist sicher nicht nur ein Problem im Ziegelhofviertel, sondern vermutlich auch in anderen Stadtteilen“, glaubt Wulf.
Er bittet die Stadt darum, die Zustände noch einmal zu überprüfen und die Helligkeit zu erhöhen, damit auch ältere sowie sehbehinderte Menschen und kleine Kinder wieder sicher durch die Straßen kommen. „Energiesparen ist richtig, aber das darf nicht dazu führen, dass Menschen gefährdet werden,“ sagt er.
Oberbürgermeister Gerd Schwandner teilte mit, dass eine Überprüfung ergeben habe, dass die Ausleuchtung der Verkehrsfläche gegenüber den vorherigen Verhältnissen gleich geblieben sei. „Das allgemein gewählte Beleuchtungsniveau im Oldenburger Stadtgebiet ermöglicht es aber auch mit der neuen Beleuchtungsanlage nicht, den gegenüberliegenden Fußweg durchgängig auszuleuchten. Kinder sollten daher während der dunklen Jahreszeit immer auf die beleuchtete Seite wechseln“, empfiehlt er.
Die Beleuchtungsanlage sei zudem voll funktionstüchtig. Eine höhere Lichtleistung, so Schwandner, sei technisch überdies nicht möglich, „nach unserer Auffassung aber auch nicht erforderlich“. Seit 2004 würden in jedem Jahr mit diesen Leuchten rund 30 Straßen mit rund 240 Straßenleuchten saniert. Reklamationen seien bisher nicht bekannt.
