Ganderkesee/Landkreis - Sollte es in Ganderkesee Zebrastreifen geben – oder sollte auf die breiten weißen Linien auf dem Asphalt auch künftig verzichtet werden? Bei dieser Frage schieden sich in der jüngsten Sitzung des Ganderkeseer Straßen- und Verkehrsausschusses die Geister. Eindringlich warb CDU-Fraktionschef Dietmar Mietrach, in geeigneten Fällen Zebrastreifen anzuordnen – und ebenso eindringlich warb Fachdienstleiter Michael Kleinert für die bisherige, restriktive Linie der Verkehrsbehörden.
Anlass für die Diskussion waren die ersten und bislang einzigen Zebrastreifen im Landkreis Oldenburg, die vor kurzem auf dem neuen Kreisel in Kirchhatten angebracht worden sind. Die CDU-Fraktion hatte daraufhin eine schriftliche Anfrage an die Gemeinde gerichtet. Sie wollte wissen, ob denn ein Zebrastreifen jetzt zum Beispiel auch an der Bahnhofstraße in Höhe der Grundschule Schierbrok machbar wäre – wo ja eine Ampel aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens nicht möglich sei.
Viele schwere Unfälle
Kleinert verneinte. Bei einem Kreisel-Neubau innerhalb bebauter Gebiete wie in Kirchhatten seien die Voraussetzungen (siehe Kasten) andere als auf der Bahnhofstraße in Schierbrok.
Grundsätzlich würden die Verkehrsbehörden im Landkreis Oldenburg in den Fällen, in denen die Voraussetzungen für einen Zebrastreifen gegeben sind (hier ist die Hürde niedriger als für eine neue Ampel) eine Lichtzeichenanlage wählen. Sie verspreche mehr Sicherheit für die Fußgänger. Wenn es an Zebrastreifen zu Unfällen komme, so sagte Kleinert, dann seien die in der Regel schwer, nach Statistiken oft tödlich.
Mietrach hielt dagegen. Es gebe doch sogar ein offizielles Verkehrsschild, das auf Zebrastreifen hinweist, sagte er zur NWZ . „Wenn die Zebrastreifen so unsicher wären, dürfte es das Schild gar nicht geben.“
In Delmenhorst seien die breiten weißen Linien, im Amtsjargon Fußgängerüberweg oder kurz FGÜ genannt, gang und gäbe. Bremen wolle sie wieder einführen. „An Zebrastreifen wird aufgepasst, da wird der Blickkontakt gesucht“, schilderte der CDU-Fraktionschef seine Beobachtungen.
Kein Universalrezept
Seines Erachtens könnten Zebrastreifen dort Sinn machen, „wo das Verkehrsaufkommen nicht so groß ist, dass es für eine Ampel ausreicht“. Nicht geeignet seien die breiten Linien zum Beispiel bei breiten Straßen, auf denen ein höheres Tempo gefahren wird, oder an Stellen, die nicht gut einsehbar sind.
