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Bürgermeister- und Europawahl In Apen Mit Sekt und Sorgenfalten in die Amtszeit

Apen - Am Tag danach: Die Aper haben mit großer Mehrheit ihren bisherigen Bürgermeister Matthias Huber auch zum neuen gewählt. Was sagen die Fraktionsvorsitzenden im Aper Gemeinderat zur Bürgermeisterwahl, was zur Europawahl:

SPD

„Wir sind sehr zufrieden mit diesem Ergebnis. Mit der Wiederwahl von Matthias Huber wurde die Aper Politik aus den vergangenen acht Jahren bestätigt“, sagt Björn Meyer, SPD-Fraktionsvorsitzender im Aper Gemeinderat. „Wir gratulieren Matthias Huber zu diesem Wahlerfolg. Dass die SPD bei der Europawahl bundesweit weiter verloren hat, ist wohl der Berliner Politik geschuldet. Apen ist und war stets SPD-Hochburg. Und unsere Partei hat auch schon bei vorangegangenen Wahlen überdurchschnittlich gut abgeschnitten“, so der Augustfehner. Mit 25,4 Prozent lag die Aper SPD rund zehn Prozent über den Bundesschnitt.

CDU

„Ich habe mit diesem Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl gerechnet“, sagte Karl-Hermann Reil, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Aper Gemeinderat, die mit der SPD die Ratsmehrheit stellt. „Matthias Huber hat in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet, deshalb haben wir als CDU auch keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt. Was die Europawahl beträfe, so Reil, so setze sich der Trend gegen die Volksparteien fort. Die CDU habe sich mehr erhofft als das, was sie an Stimmen erzielen konnte.

UWG

„Wir gratulieren Matthias Huber zu seinem Wahlsieg und wünschen uns von Seiten der UWG, dass wir weiterhin konstruktiv zusammenarbeiten und die Gemeinde gemeinsam weiter voranbringen“, sagte Bernd-Thomas Scheiwe, Vorsitzender der UWG-Fraktion, die nach der SPD die größte im Aper Gemeinderat ist. Ein beachtliches Ergebnis habe aus dem Stand auch Herausforderer Hartmut Bollen erzielt. Zwei Drittel der Aper seien mit Hubers Politik zufrieden, ein Drittel nicht. Nun müsse es darum gehen, dass auch die Unzufriedenen mitgenommen würden.

Ihn persönlich, so Scheiwe, freue vor allem Zweierlei: Zum einen, dass der Wahlkampf zwischen den Bürgermeisterkandidaten fair gewesen sei, zum anderen, dass die Wahlbeteiligung bei der Europawahl dieses Mal in Apen mit 65 Prozent wieder deutlich höher gelegen habe als vor fünf Jahren, als es nur 38 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen gezogen habe.

Die Grünen

„Matthias Huber hat viel angestoßen, nun soll er diverse Projekte wie z.B. die Gestaltung des Dockgeländes oder das Riesen-Wohngebiet Augustfehn/Hengstforde auch zu Ende bringen“, sagte Renate Brand, Grünen-Fraktionsvorsitzende im Aper Rat, die mit einem deutlichen Wahlsieg von Huber gerechnet hat. Ihre Partei sei auch in der Gemeinde Apen von dem Ergebnis der Europawahl – 18,4 Prozent – beflügelt. Nun gelte es, auch in der Gemeinde mehr für den Klimaschutz zu tun und z.B. alle öffentlichen Gebäude in der Gemeinde unter dem Gesichtspunkt Klimaschutz kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Der Amtsinhaber

In Ruhe werde man die Wahlergebnisse auswerten, sagte der alte und neue Bürgermeister, Matthias Huber, der auch ankündigte, mit allen Fraktionen das Gespräch zu suchen, um über die Herausforderungen der Zukunft zu sprechen und konstruktive Lösungen zu suchen. Auch wenn die Aper SPD bei der Europawahl im Vergleich zu dem SPD-Ergebnis auf Bundesebene ein gutes Ergebnis erzielt habe, so sorge er sich doch um die Zukunft der großen Volksparteien, die 70 Jahre lang entscheidend zum Aufbau der Bundesrepublik beigetragen hätten.

Der Herausforderer

„Diese Kandidatur um das Amt des Bürgermeisters war einen Versuch und eine Erfahrung wert“, sagt Hartmut Bollen. Er habe vieles gelernt und auch andere Seiten von Menschen kennengelernt, als er sich für die Kandidatur entschieden hatte, so der 50-Jährige. Gerade weil es um die Geschicke der Gemeinde gegangen sei, habe er auf eine höhere Wahlbeteiligung als 68,6 Prozent gesetzt. Nach der Wahl ist vor der Wahl, sagte Bollen, und kündigte an, dass er sich künftig kommunalpolitisch engagieren wolle.

Auffälligkeiten

Sein bestes Ergebnis erreichte Huber bei der Bürgermeisterwahl nicht in seinem Wohnort Vreschen-Bokel, obwohl er hier mit 79,2 Prozent der Stimmen ein beachtliches Ergebnis einfuhr. Im Wahllokal 105 (südöstliches Augustfehn mit den Straßen Steges Helgen, Osterkamp und Nachbarstraßen) waren es mit 80,2 Prozent noch mehr. Hier erzielte Hartmut Bollen mit 19,8 Prozent sein schlechtestes Ergebnis.

Huber selbst schnitt in Nordloh/Tange am schlechtesten ab: Gerade mal 59,8 Prozent waren es, während Bollen hier seinen besten Wert mit 40,2 Prozent erreichte. Ausschlaggebend für dieses Wählerverhalten mögen auch die Kontroversen um die Erweiterung des Baugebiets Altona in Tange gewesen sein, aber auch die Entscheidung, dem Investor des Windparks Detern zu ermöglichen, Lkw-Transporte für die Betonfundamente der sechs Windkraftanlagen und Schwertransporte für Turmsegmente über die schmale Tanger Hauptstraße zu führen. Diese Transporte hatten im Dorf für viel Kritik gesorgt, weil parallel dazu im Spätherbst 2017 über die Tanger Hauptstraße auch diverse Lkw-Fahrten für das Deichbauprojekt am Nordloher bzw. Barßeler Tief führten.

Und Europa?

Die Wahlsieger in Apen bei der Europawahl sind klar die kleineren Parteien: Die Grünen steigerten ihr Ergebnis um 9,9 Prozent auf 18,4 Prozent, die FDP um 2,5 Prozent auf 5,1 Prozent, die AfD um 2,3 Prozent auf 8,9 Prozent und Sonstige um 5,6 Prozent auf 10,1 Prozent. Herbe Verluste fuhren im Vergleich zur Europawahl vor fünf Jahren die beiden Volksparteien CDU und SPD ein. Die CDU blieb zwar mit 27,9 Prozent stärkste Partei, verlor aber 8,8 Prozent. Die SPD ließ noch mehr Federn: Ein Minus von 11,1 Prozent haben die Sozialdemokraten, die auf 25,4 Prozent fielen, zu verkraften.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede
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