APEN - „Moin-moin! Moin-moin! Wi faat us an un seggt moin-moin!“, schallte es am Dienstag durch den Kindergarten in Apen. Auf Plattdeutsch wurde hier Niedersachsens Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Johanna Wanka, „van Harten“ begrüßt. Die Politikerin wollte sich über die Arbeit in der Einrichtung informieren und hatte gezielt Interesse am Plattdeutschen geäußert. Deshalb hatte Leiterin Margrit zur Brügge für den Gast aus Hannover auch eine Führung auf Niederdeutsch vorbereitet.
Die Ministerin erlebte die Kinder beim Singen, Zählen und Musizieren. Wie sie erfuhr, gehören auch Sprechtraining und kindgerechte Experimente zum Angebot des Kindergartens. Wichtiges Standbein ist die „Generationenwerkstatt“, bei der beispielsweise ältere Bürger in die Arbeit im Kindergarten eingebunden sind. Als ehrenamtliche „Zeitspender“ waren Walter Feldhoff, Anne Sandersfeld und Christa Eilers am Dienstag vor Ort, um mit den Kindern Plattdeutsch zu sprechen. „Alt und Jung, das passt gut. Alle profitieren voneinander“, brachte zur Brügge das Konzept auf den Punkt.
Schnell entspann sich zwischen den Beteiligten eine Diskussion. „Plattdeutsch ist eine schöne Sprache und eine Bereicherung“, stellte Feldhoff fest, bedauerte aber, dass in den Familien immer weniger niederdeutsch gesprochen werde. Das konnte auch Bürgermeister Matthias Huber bestätigen und regte an, das Plattdeutsche stärker in den Alltag zu integrieren. „Einfach mal sprechen“, sagte er. „Oder lesen“, wie Anne Sandersfeld empfahl. Im Aper Kindergarten ist das Plattdeutsche noch lebendig, lautete dann auch das Resümee der Ministerin nach diesen Einblicken, bevor es weiterging zum nächsten Thema, die „Elternschule Ammerland“ (ELSA).
Bei diesem Modellprojekt , an dem sich die Kindertagesstätte Apen und der Kindergarten Gießelhorst beteiligen, geht es um das Thema Erziehung. Wie die Ministerin erfuhr, gehe es aber nicht nur darum, Eltern wirksame Erziehungsmethoden an die Hand zu geben und Ratschläge zu erteilen, sondern grundsätzlich das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern positiver zu gestalten. Unter dem Leitsatz „Familien stärken durch ermutigende Erziehung“ haben sich Erzieherinnen zu individualpädagogischen Beraterinnen ausbilden lassen. Die Angebote werden bereits sehr gut angenommen.
„Ein toller Kindergarten“, stellte die Ministerin am Ende ihres Rundgangs fest, bevor sie sich verabschiedete – doch nicht ohne Geschenke: Neben einem Fensterbild mit dem Aper Gemeindewappen, das ihr Bürgermeister Huber überreicht hatte, nahm sie auch eine von Walter Feldhoff geschnitzte Flöte als Erinnerung mit.
