APEN - Zwei besondere Kunden hatten sich am Donnerstag bei Friseurin Malene Siems angesagt: Nikolaus und Knecht Ruprecht. Seit 25 Jahren sorgt die Aperin dafür, dass Bärte und Haartracht perfekt sitzen. Diese ehrenamtliche Aufgabe hat sie von ihrem Vater Alfred Kuhlmann übernommen, der bereits in ihren eigenen Kindertagen aus Onkel Heinz einen Nikolaus zauberte. Dieser füllte die Rolle so gut aus, dass er später auch weitere Kinder im Ort mit seiner Kostümierung erfreute.

Malene Siems hat in den zurückliegenden Jahren viel Erfahrung sammeln können und weiß längst, worauf es beim Schminken ankommt. „Man soll die beiden nicht erkennen, das ist das Entscheidende.“ Vor allem sollen die Akteure älter wirken. „Ich sehe mir das Gesicht genau an und manchmal sage ich: Nein, das wirkt noch zu jung. Da müssen noch ein paar Jahre drauf.“ Mit Theaterschminke ist das für sie kein Problem.

Generationen von Nikoläusen hat sie schon betreut. Immer werden diese von der Feuerwehr gestellt. Und so stehen auch in diesem Jahr wieder zwei Männer vor der Tür und sind bereit für die wundersame Verwandlung. Perücke und Bart hat Malene Siems selbst angefertigt. Daher weiß sie, dass alles richtig sitzt. Nikolaus und Knecht Ruprecht sind ein eingespieltes Team. Vor neun Jahren wurden sie ins „kalte Wasser“ geworfen. „Ich war schon drei Tage vorher nervös“, erinnert sich der Nikolaus lachend. Doch es klappte alles wie am Schnürchen. „Immer wieder versuchen Kinder, uns zu entlarven. Aber selbst von meiner eigenen Tochter bin ich nicht erkannt worden.“

Das Duo freut sich jedes Jahr darauf, die Kinder zu beschenken. Auch diesmal wieder sind es rund 300 Jungen und Mädchen, die im Kindergarten und in der Schule warten. Als Belohnung gibt es Tüten mit Süßigkeiten, die von den Anwohnern des Wegmannskamps gepackt werden.