Wüsting - Über reges Interesse bei der Premiere der neuen Bürgerversammlung freute sich am Donnerstagabend Bürgermeister Holger Lebedinzew. Knapp 50 Wüstinger waren der Einladung des Bürgermeisters ins Feuerwehrhaus gefolgt, um Fragen zu stellen und auf Missstände hinzuweisen. Dinge, die während der Versammlung nicht geklärt werden konnten, sollen auf der Internetseite der Gemeinde in der „Ampel“ auftauchen. Die nächste Bürgerversammlung ist im September geplant.

Die Themen reichten von Straßensanierungen über Schülerbeförderung bis zum Wunsch nach einer Apotheke im Ort. Den Anfang machte aber der Bürgermeister mit einem Bericht aus dem Rathaus. Diskutiert wurden unter anderem folgende Themen:

Krippenausbau

Laut Bürgermeister Lebedinzew ist der Anbau für die Krippe in Wüsting ausgeschrieben. Zum 1. August sollen die Arbeiten bereits abgeschlossen sein – das tatsächliche Ende sei aber nicht vorherzusehen. Sollte der Bau nicht rechtzeitig fertig sein, will die Gemeinde für eine Übergangslösung sorgen.

Schnelles Internet

Das Baugebiet Wüsting Süd sei komplett mit Glasfaserkabeln vernetzt. Bestehende Baugebiete könnten erst nachgerüstet werden, wenn die Anbieter es als lohnenswert erachteten. Das könne durch entsprechende Förderungen passieren. Bei dem Thema bleibe man auf jeden Fall am Ball, so Lebedinzew.

Flüchtlinge

Die hohe Zahl an Flüchtlingen bringe auch die Gemeinde Hude an ihre Grenzen. Auch in Wüsting interessiere sich die Gemeinde für Wohnraum. Die Wohnungen sollten möglichst im Kernort liegen, um den Flüchtlingen auch eine gewisse Infrastruktur bieten zu können.

Studentenwohnheim

Überrascht über das Konfliktpotenzial zeigte sich der Bürgermeister beim Thema Studentenwohnheim in Wüsting. Lebedinzew stellte klar, dass das Vorhaben nicht genehmigungspflichtig sei und bei einigen Ratsmitgliedern Interesse geweckt habe. Angesichts der Bedenken der Anwohner werde es zum Thema in absehbarer Zeit noch eine eigene Versammlung geben.

Straßenschäden

Ein beherrschendes Thema bei der Bürgerversammlung war der schlechte Zustand vieler Straßen in den Bauerschaften. Einige der angesprochenen Schäden stünden bereits auf der Liste des Zweckverbands Kommunalservice Nordwest, sagte Lebedinzew. Es werde derzeit überlegt, wie die Sanierung der Wirtschaftswege effizienter gestaltet werden könne. Mit Vertretern des Landvolkes wolle man ein Projekt entwickeln. Möglicherweise müssen sich die Landwirte auf zusätzliche Kosten einstellen.

Schülerbeförderung

Der Schulweg der Grummersorter Schüler ist nicht ganz ungefährlich (die NWZ  berichtete). Der Landkreis weigert sich allerdings, eine kostenlose Beförderung mit dem Bus zu übernehmen. Der Bürgermeister möchte sich noch einmal mit den Verantwortlichen beim Landkreis zusammensetzen und sich erklären lassen, warum eine Beförderung nicht infrage kommt.

Sonstiges

Die Wüstinger wünschen sich eine Apotheke im Ort. Der Bürgermeister gab an, sich bereits mit Apothekern darüber unterhalten zu haben. Diese sähen aber noch keinen ausreichenden Markt für eine eigene Apotheke.

Eine Rathaus-Zweigstelle für die Beantragung von Ausweisen etc. werde es in Wüsting nicht geben. Da solche Vorgänge fast nur noch digital abliefen, würde das einen enormen Aufwand bedeuten.

Laut Lebedinzew sind die Flächen im Gewerbegebiet Holler-Neuenwege zu zwei Dritteln verkauft. In diesem Jahr soll mit den ersten Bauvorhaben begonnen werden.

Die Wahllokale werden neu eingeteilt. Mit 1400 Wählern ist das Wahllokal Grundschule Wüsting überfüllt.

Die Zahl der Züge, die Wüsting durchfahren, wird voraussichtlich deutlich steigen. Die Schließzeiten an den Schranken könnten sich laut Bezirksvorsteher Mahlstedt verdoppeln. Lebedinzew zufolge ist ein Tunnel oder dergleichen in den nächsten zehn Jahren nicht absehbar.