Schortens - Es geht um die Zukunft des Schortenser Freizeitbads: Heute in einer Woche, am 27. März, will der Stadtrat in einer Sondersitzung ab 19 Uhr im Bürgerhaus über den Grundsatzbeschluss zum Umbau und zur Sanierung des Bades entscheiden – oder über die endgültige Schließung und den Abriss.
Es ist eine der wichtigsten Ratssitzungen der vergangenen Jahre. Der Ausgang ist vollkommen ungewiss – und zwar unabhängig von der Entscheidung über eine Beteiligung des Landkreises an Sanierungs- und jährlichen Betriebskosten, die der Kreistag bereits an diesem Donnerstag trifft.
Zuschuss viel zu hoch
Nach der Gruppe Grüne/ Anja Kindo/Anne Krüger/ Wolfgang Ottens hat am Mittwoch auch die CDU-Fraktion erklärt, geschlossen gegen den Verwaltungsvorschlag zum Erhalt des Bades zu stimmen. Grund seien der zu hohe jährlichen Zuschussbedarf, „der eben nicht bei 295 000 Euro, sondern tatsächlich bei rund 580 000 Euro im Jahr liegt“, erklärten CDU-Fraktionsvorsitzender Axel Homfeldt sowie Horst-Dieter Freygang, Melanie Sudholz und Heide Bastrop.
Kalkulatorische Kosten für die Kreditaufnahme seien in der günstigeren Berechnung nicht enthalten, sondern tauchen im Finanzhaushalt auf. Das sei haushaltspolitisch zwar nicht zu beanstanden, dennoch verteuern diese Kosten den Zuschuss der Stadt ins Bad. Zudem seien keine Rücklagen eingerechnet und Tariferhöhungen bei den Personalkosten und höhere Energiepreise würden den Zuschuss bereits in drei Jahren um weitere 30 000 Euro steigen lassen. „Wir können uns unser Bad einfach nicht mehr leisten – so bitter das für uns alle ist“, sagt Axel Homfeldt.
Denn die Stadt stehe vor einer finanziellen Herkulesaufgabe: Allein in den Gebäuden von vier Grundschulen, im Regionalen Umweltzentrum sowie in den Sporthallen Glarum und Sillenstede hat sich ein Sanierungsaufwand von mehr als zehn Millionen Euro aufgetürmt. Der Sanierungsbedarf dreier weiterer Grundschulen, für das Bürgerhaus und die Bürgerbegegnungsstätte Roffhausen, in Kitas, Krippen, marode Straßen, Sportplätze und die Anforderungen durch die Inklusion wird derzeit im Bauamt ermittelt. Die CDU geht von einem Gesamtinvestitionsbedarf von mehr als 20 Millionen Euro aus. „Eine monströse Zahl, die uns alle erschreckt“, so Freygang, der auch auf die strengen Auflagen der Haushaltsgenehmigung durch den Landkreis hinweist.
35 stimmen ab
35 Ratsmitglieder inklusive Bürgermeister stimmen über das Freizeitbad ab. Mit der CDU (8) und der Gruppe Grüne/Kindo/Krüger/Ottens (7) haben bereits 15 Ratsmitglieder erklärt, gegen den Verwaltungsvorschlag und gegen das Bad zu votieren. 13 Stimmen werfen die SPD, eine die FDP sowie fünf Stimmen die BfB/UWG in die Waagschale.
