Nürnberg - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist auf ein Rekordtief gesunken. Insgesamt waren im November 2,633 Millionen Menschen ohne Job – das ist der niedrigste November-Wert seit der Wiedervereinigung. Im Oktober hatte die Zahl der Erwerbslosen noch um 16 000 höher gelegen, vor einem Jahr sogar um 84 000, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,0 Prozent.
Behördenchef Frank-Jürgen Weise zeigte sich zufrieden. Der Arbeitsmarkt sei „für die anstehenden Herausforderungen gerüstet“, sagte er mit Blick auf die erwartete steigende Flüchtlings-Arbeitslosigkeit. Arbeitsmarktforscher rechnen im Jahresdurchschnitt 2016 mit rund 130 000 arbeitslos gemeldeten Asylbewerbern. Stellt man den erwarteten Rückgang bei einheimischen Arbeitslosen gegenüber, dürfte die Arbeitslosenzahl laut Experten unter dem Strich 2016 allerdings nur um rund 70 000 steigen.
Nach Angaben von Bundesagentur-Vorstandsmitglied Raimund Becker sind derzeit in Deutschland 417 000 Menschen aus den Asylherkunftsländern im erwerbsfähigen Alter registriert. Rund 160 000 davon seien im November als Arbeitslose registriert – und damit 22 Prozent mehr als vor einem Jahr. Allerdings fielen unter die Zahlen auch Zuwanderer, die schon länger in Deutschland lebten.
Wegen der anhaltend guten Arbeitsmarktlage rechnet die Bundesagentur für dieses Jahr mit einem Milliardenüberschuss. Bis Ende November hatte die Behörde ein Plus von 3,13 Milliarden Euro erwirtschaftet, sagte Weise.
