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Studie Arbeitsmarkt im Osten lockt Rückkehrer an

Stefan Hantzschmann

Leipzig - Neun Jahre hat es gedauert, bis Conny von Ludwig in seine Heimat zurückkehrte. Gleich nach dem Studium im sächsischen Zwickau hatte der Hallenser den Osten der Republik verlassen, um im Westen Karriere zu machen. Für seine Rückkehr nach Halle/Saale hätte der 34-Jährige weniger Gehalt und eine schlechtere Position akzeptiert. Doch das war nicht nötig, denn mittlerweile werden auch in den neuen Bundesländern Fachkräfte gesucht.

Kontakt zur Familie

Wie Conny von Ludwig kehren immer mehr abgewanderte Ostdeutsche in ihre Heimat zurück. Nach oft erfolgreichen Jahren in den alten Bundesländern suchen viele wieder engeren Kontakt zu Freunden und Verwandten. „Die Rückkehr nach Halle ist für meine Familie eine große Entlastung“, sagt er. Im Drei-Wochen-Rhythmus fuhr der 34-Jährige von Hamburg nach Halle, um seinen ältesten Sohn zu sehen. „Das ist jetzt einfacher.“ In Leipzig fand von Ludwig einen gut bezahlten Job als Abteilungsleiter bei einem Autohersteller.

Seit dem Fall der Mauer strömten mehr als vier Millionen Menschen von Ost nach West, auf der Suche nach Arbeit und besseren Aufstiegschancen. Mittlerweile kommen viele zurück – vor allem der Familie wegen. Nach einer Studie des Leibniz Institutes für Länderkunde in Leipzig ist heute jeder Zweite, der aus den alten in die neuen Bundesländer zieht, ein Rückkehrer. Allein im Jahr 2010 waren es etwa 40 000. „Viele haben ihre Heimat aus wirtschaftlicher Not verlassen und kommen zurück, sobald sie die Möglichkeit haben“, sagt der Leiter der Studie, Thilo Lang.

Die Möglichkeiten auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt werden nach Expertenprognosen für Fachkräfte immer besser. Einer Vorhersage des ifo Instituts Dresden zufolge wird es in den neuen Bundesländern in etwa zehn Jahren Vollbeschäftigung geben.

Pendlertreff

Kommunen und Ministerien der neuen Länder werben mittlerweile verstärkt um die Rückkehr ihrer „abtrünnigen“ Landessöhne und -töchter. Sachsen machte vergangenes Jahr Schlagzeilen mit dem Pendlertreff und einem Süßigkeiten verteilenden Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) an einer Autobahnraststätte. In der brandenburgischen Uckermark ging ein Rückkehrer-Portal online.

„Es ist sinnvoll, dass Städte und Gemeinden Offenheit für Rückwanderer signalisieren und den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern“, so Lang. Der Studie zufolge können sich drei Viertel der abgewanderten Ostdeutschen eine Rückkehr vorstellen. „Die Gehälter sind im Osten weiterhin schlechter. Trotzdem ist der überwiegende Teil der Rückkehrer zufrieden.“

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