Oldenburg - Rodungsarbeiten am Pophankenweg: Arbeiter haben in den vergangenen Tagen damit begonnen, die an das Gelände des Technischen Hilfswerks (THW) angrenzende Waldfläche für eine neue Asylbewerberunterkunft herzurichten. Ursprünglich sollte ein Bau mit 100 Plätzen in Fertigmodulbauweise errichtet werden. Für Sozialdezernentin Dagmar Sachse hat dieses Vorhaben aber nicht mehr oberste Priorität. Der Grund: „Wir haben Optionen für die Anmietung bestehender Gebäude. Dies wird derzeit geprüft. Denn wir suchen schnelle Lösungen.“

Die Stadtverwaltung benötigt dringend neue Unterkünfte für Asylbewerber, weil in nächster Zeit deutlich mehr Flüchtlinge vom Land zugewiesen werden (NWZ  berichtete). Sachse geht davon aus, dass Oldenburg in diesem Jahr zwischen 140 und 260 Plätze fehlen werden.

Das Areal am Pophankenweg hat die Stadt aber weiterhin für Flüchtlinge vorgesehen. Offen ist laut Dezernentin aber, „was wir wann auf dem Gelände umsetzen“. Dass die Arbeiten bereits begonnen haben, hatte die Verwaltung in der Verkehrsausschuss-Sitzung am vergangenen Montag noch nicht bestätigen wollen. Ratsherr Manfred Drieling (FW-BFO) erhielt auf seine Frage nach dem Grund für die Rodungsarbeiten nur eine ausweichende Antwort. Gegenüber der NWZ  bezeichnete er die Rodung am Donnerstag als „Nacht-und-Nebel-Aktion“. Wissen will Drieling in diesem Zusammenhang auch, wie das für die Flüchtlinge vorgesehene Gelände erschlossen werden soll. Es gibt zwar ein Tor zum Pophankenweg, an der Straße fehlen jedoch Rad- und Fußwege.

Diese Probleme bestehen bei den Gebäuden, die der Stadt für die Unterbringung von Asylbewerbern angeboten wurden, nicht. Möglicherweise stehen die Häuser allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung.

Nach Informationen der NWZ  handelt es sich in einem Fall um einen Gebäudeteil des Seniorenzentrums Haarentor am Schützenweg. In diesem Trakt hatte die Diakonie als Eigentümerin im Herbst 2012 die Fachstelle Sucht und die Drogenberatung „Rose 12“ unterbringen wollen. Nach Protesten der Anwohner wurden die Pläne für das sogenannte Beratungszentrum wieder aufgegeben.

In dem Anbau des Seniorenheims wohnten bis vor zwei Jahren Schüler der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA). Dass dort demnächst Asylbewerber einziehen sollen, wollen weder die Stadt noch die Diakonie vor der Sozialausschuss-Sitzung am Dienstag, 25. Februar, bestätigen. „Wohnraum für Flüchtlinge“ lautet das Thema der Sitzung.