ATHEN - Nach dem klaren Sieg der Konservativen bei der Parlamentswahl in Griechenland hat Staatspräsident Karolos Papoulias am Montag den Wahlsieger, Ministerpräsident Kostas Karamanlis (51), mit der Regierungsbildung beauftragt. Mit der Vereidigung des neuen Kabinetts werde am Mittwoch gerechnet, berichtete das staatliche griechische Fernsehen NET.
Karamanlis’ Partei Nea Dimokratia (ND – Neue Demokratie) setzte sich nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis mit 41,84 Prozent der Stimmen (2004: 45,4) klar durch. Mit 152 Abgeordneten im 300 Sitze zählenden Parlament hat sie auch in Zukunft die absolute Mehrheit.
Die oppositionellen Sozialisten (Pasok) unter ihrem Vorsitzenden Giorgos Papandreou kamen auf 38,1 Prozent (102 Sitze) nach 40,6 Prozent im Jahr 2004. Der Sozialistenchef leitete nach der Wahlschlappe das Verfahren ein, das zur Wahl eines neuen Vorsitzenden führt. Zunächst war unklar, ob Papandreou erneut kandidieren wird.
Bundeskanzlerin Merkel (CDU) vereinbarte in einem Telefongespräch mit ihrem griechischen Amtskollegen die Fortsetzung der „guten und intensiven Beziehungen“ zwischen beiden Ländern, wie ein Regierungssprecher in Berlin mitteilte.
Außenpolitisch werde das Land unter Karamanlis seinen pro-europäischen Kurs fortsetzen, wertete die griechische Presse am Montag. Auch die Annäherungspolitik mit dem ehemals verfeindeten Nachbarn Türkei werde weitergehen.
