ATHEN - Nach den Krawallen der vergangenen Tage hat sich die Lage in Griechenland am Mittwoch kaum entspannt. Auch in der Nacht und im Laufe des Tages kam es im Zentrum Athens wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, wenn auch in geringerem Maße. Dafür lähmte ein landesweiter Streik das öffentliche Leben und brachte den Flugverkehr für 24 Stunden zum Erliegen.

Das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche des Landes, Erzbischof Ieronymos II., rief am Abend alle Griechen zur Eintracht auf. Zur Überwindung der Krise müssten alle, Kirche, Politiker, Gewerkschaften und Bürger zusammenarbeiten, sagte der Erzbischof.

Staatsanwalt und Untersuchungsrichter entschieden am Abend, den Polizisten in Untersuchungshaft zu nehmen, aus dessen Waffe der tödliche Schuss auf einen 15-jährigen Jungen abgegeben worden war. Zuvor hatte sein Anwalt erklärt, die ballistische Untersuchung entlaste seinen Klienten.

Im Zentrum Athens waren am Mittwoch die meisten Geschäfte mit Wellblech provisorisch gesichert. Regierungschef Kostas Karamanlis versprach den Geschädigten günstige Kredite und eine Soforthilfe von 10 000 Euro.