Die Idee ist prinzipiell gut. Mit Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) sollte insbesondere der ländliche Raum besser versorgt werden. Doch daraus hat sich in einigen Fällen – Bayern spricht von zehn Prozent aller MVZ – ein Geschäftsmodell entwickelt, das nicht die Patienten, sondern die Investoren optimal versorgt. Leistungen, die teuer und medizinisch nicht unbedingt notwendig sind, und Gewinne, die nicht in Deutschland, sondern auf den Cayman-Inseln versteuert werden, gefährden unser Gesundheitssystem. MVZ in der Hand von Investment-Gesellschaften zerstören zudem noch etwas Wesentliches: das unverzichtbare Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Denn wenn ein Patient nicht sicher sein kann, ob seine Gesundheit oder die Rendite eines Investors im Vordergrund der Behandlung steht, sind Zweifel angebracht. Deshalb ist es dringend geboten, dass die Politik hier für Transparenz sorgt, wem eigentlich ein MVZ wirklich gehört. Es ist ein Trauerspiel, dass selbst Institutionen wie die Kassenärztliche Vereinigung aufgrund der geschickten Verflechtungen hier keinen Überblick haben. Arztpraxen müssen wirtschaftlich sein und Ärzte gut für ihre Arbeit bezahlt werden. Das steht außer Frage. Doch Gesundheit darf kein Geschäftsmodell für Investoren sein, die sich an unserem Sozialsystem bereichern.