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SERIE Verliebt in eine „Badewanne“

ROMY LAUSCHKE

AUGUSTFEHN - Mit viel Spaß und großer Freude liest Joachim Kirchhoff aus Augustfehn die NWZ -Serie „Mein erstes Auto“. „Das hat schöne Erinnerungen bei mir vorgerufen“, sagt er.

Während seiner Bundeswehrzeit erwarb er Ende 1973 einen Ford 17M P3 – Baujahr 1964. Im Volksmund sei dieser Wagen wegen seiner ovalen Form als „Badewanne“ bekannt gewesen. Den Kaufpreis von 600 DM konnte sich der Ammerländer nach seiner Verpflichtung als Zeitsoldat leisten. „Der niedrige Preis resultierte daher, dass es sich um ein Sondermodell handelte“, weiß Kirchhoff.

Wie er erfuhr, war der Vorbesitzer ein einarmiger Trompeter des Stadttheaters Bremerhaven. Aus diesem Grunde ist die Lenkradschaltung nach links verlegt worden und per Fußpedal bedienbar. Ein Kupplungspedal habe nicht existiert – das Auto war mit einer Dreigang-Halbautomatik ausgerüstet. „Aber ich habe mich sofort in die Badewanne verliebt“, erinnert sich der Augustfehner gern an sein erstes Fahrzeug zurück.

Zwei Monate nach dem Kauf seines Fords lernter Joachim Kirchhoff seine jetzige Frau kennen. Wenn er sie während der Ausbildungszeit abholte, meldete er sich akustisch vor seinem Eintreffen an. „Ich hatte mir eine, natürlich nicht erlaubte, amerikanische Polizeisirene eingebaut“, gibt er zu. 500 Meter vor dem Ziel ließ er diese dann ertönen. Die Sirene war ihm auch auf der Autobahn sehr dienlich, wenn ein LKW einen anderen nur langsam überholte. „Ein kurzes Einschalten verkürzte dieses Manöver dann doch erheblich“, erklärt Kirchhoff.

Zweimal beobachtete der Ammerländer, dass sich Polizisten für sein Fahrzeug interessierten. Aber nicht wegen der Sirene, sondern wegen der Einschusslöcher in der hinteren Seitenscheibe. „Die waren aber nur per Folie aufgeklebt.“

Vorne und hinten war der Wagen mit einer durchgehenden Sitzbank und Rückenlehne ausgerüstet, was keinen Seitenhalt bot. „Den holte ich mir von meiner Frau, die sich wegen der fehlenden Knüppelschaltung auch während der Fahrt an mich kuscheln konnte“, so Kirchhoff.

Nach eineinhalb Jahren und einer rasanten Fahrt schlug die „Badewanne“ an einer Bodenwelle mit dem Tank auf. Eine Reparatur war zu teuer, also wanderte der Ford zur Autoverwertung. „Das bedauere ich heute noch“, sagt der Ammerländer. Vor fünf Jahren ist das Ehepaar noch einmal in den Genuss gekommen, mit einer solchen Badewanne zu fahren – eng zusammen sitzend mit gegenseitigem Halt.

NWZ -Spezial unter www.NWZonline.de/erstesauto-rastede

Viele Leser

haben uns

Ihre Erlebnisse mit ihrem ersten Auto geschrieben. Unter den Einsendern der bisherigen und weiteren Veröffentlichungen wurden Gewinner ermittelt, die beim Old- und Youngtimertreffen am 16. August in Rastede mitfahren dürfen in dem Modell, in dem sie damals die erste mobile Freiheit genossen haben.
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