AUGUSTFEHN - Gewalt ist immer der Weg der Schwächeren: Schauspieler Dirk Heinrichs steht in einem Raum der Haupt- und Realschule in Augustfehn. Rund 40 Schüler sitzen vor ihm, die gerade einen Film zum Thema „Zivilcourage“ geschaut haben.

„Habt ihr gesehen, wie einfach es ist, etwas zu machen“, fragt Heinrichs in die Runde. Viele der Jugendlichen nicken, als der Geschäftsführer des Vereins „Sprache gegen Gewalt“ hinzufügt: „Es liegt an uns selbst, etwas zu ändern.“

Heinrichs ist auf Einladung der Gemeindejugendpflege nach Augustfehn gekommen. Am Vormittag informiert er die Schüler über „soziale Verantwortung“ und wie wichtig es ist, zu helfen, wenn Menschen in Not sind. Es sei wichtig zu lernen, das „Andersartige“ zu respektieren und auf andere Rücksicht zu nehmen, sagt Heinrichs.

Bei den Schülern kommt diese Form des Unterrichts gut an: „Jetzt weiß ich, was Gewalt wirklich ist“, sagt Kyea. Die 14-Jährige hat gelernt, dass es sowohl körperliche als auch verbale Gewalt gibt. Für Manuel steht jetzt fest, dass er in kritischen Situationen anders handeln werde: „Ich werde helfen oder Hilfe holen“, meint der 14-Jährige.

Daniel Lattorf aus Augustfehn hat den Schauspieler (unter anderem „Alarm für Cobra 11“) in die Gemeinde Apen geholt. Lattorf schreibt zurzeit seine Doktorarbeit zum Thema „Konfliktlotsenausbildung“ und ist ebenfalls Mitglied im Verein „Sprache gegen Gewalt“.

Für die Schüler war es wichtig, das Problem „aus dem Blickwinkel desjenigen zu sehen, der Hilfe braucht“, sagt er. Lattorf hofft, dass das Thema jetzt in den Klassenverbänden weiter behandelt wird.

Am Nachmittag gestaltete Heinrichs einen Workshop bei der Gemeindejugendpflege, am Abend hielt er einen öffentlichen Vortrag in der Haupt- und Realschule zum Thema „Zivilcourage und soziale Verantwortung!?“.