Oldenburg - Mein täglicher Heimweg führt mich seit rund zweieinhalb Jahren über die Nadorster Straße. In den letzten Monaten hat sich dort einiges verändert.

Die Zahl der Wohnungen, die offensichtlich von Sexarbeiterinnen genutzt werden, hat sich verringert. Das „Rotlicht“ scheint auf Betreiben der Stadt an Boden zu verlieren.

Im Prinzip eine positive Entwicklung. Jedoch wäre es blauäugig anzunehmen, dass mit dem Einschreiten der Stadtverwaltung das Problem der Wohnungsprostitution in Oldenburg gelöst wird.

Die Frauen, die ihren Körper zum Verkauf anbieten, werden wohl an anderer Stelle in Oldenburg einen neuen Arbeitsplatz finden. Die Stadt wird davon erst wieder erfahren, wenn sich deren Wohnungen erneut an einem Ort konzentrieren.

Das älteste Gewerbe der Welt wird wieder stärker im Verborgenen seine stete Kundschaft in Oldenburg bedienen. Eine Kontrolle der Sexarbeiterinnen wird erschwert, der Zwangsprostitution wird es einfacher gemacht. Das Motto der Politik der Stadtverwaltung scheint aber in diesem Fall „Aus den Augen, aus dem Sinn“ zu sein.

Wichtiger wäre es meiner Meinung nach, die Arbeitsbedingungen der anschaffenden Frauen massiv zu überprüfen und damit nicht nur den Sexarbeiterinnen mehr Sicherheit zu geben, sondern auch dem Zugriff der organisierten Kriminalität Einhalt zu gebieten.