Berlin - Nach einem verheerenden Zeugnis für die Treffsicherheit des Sturmgewehrs G36 wird der Ruf nach einer Ersatzwaffe für die Bundeswehr immer lauter. Der Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses, Hans-Peter Bartels (SPD), fordert nun schnelle Konsequenzen: „Die Bundeswehr muss für das G36 ein neues Gewehr anschaffen, da es offenbar nur begrenzt einsatzfähig ist.“ Auch der Grünen-Verteidigungsexperte Tobias Lindner forderte eine Nachbesserung des G36 oder eine neue Waffe.

Das Bundesamt für Ausrüstung hält eine kurzfristige Lösung dagegen wegen praktischer und rechtlicher Hürden nicht für machbar und meint, dass die Bundeswehr nun zunächst Gewehre aus den eigenen Beständen nutzen sollte.

Der Hersteller Heckler & Koch wirft dem Verteidigungsministerium Rufschädigung vor. „Es kann einfach nicht sein, dass nun nach zwanzig Jahren entdeckt wird: Das Gewehr taugt nichts“, sagte Eigentümer Andreas Heeschen.

Vollauf zufrieden mit dem G36 sind die kurdischen Peschmerga-Kämpfer im Nordirak, die im Herbst 8000 der Sturmgewehre für ihren Kampf gegen die Terrormiliz IS von der Bundeswehr erhielten. „Die Waffe ist super“, sagte der Peschmerga-Minister Mustafa Sajid Kadir. „Wir hätten gern mehr davon.“