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NWZonline.de Nachrichten Politik

Avnery: „Ein Tag der Schande für Israel“

03.06.2010

TEL AVIV Mit drastischen Worten verurteilt Uri Avnery (86), Ex-Knessetabgeordneter und Träger des Carl-von-Ossietzky-Preises der Stadt Oldenburg (2002), den blutigen Angriff der israelischen Marine auf eine Gaza-Hilfsflotte mit internationalen Friedensaktivisten an Bord. „Das ist ein Tag der Schande für den Staat Israel, ein Tag großer Besorgnis, an dem wir entdecken, dass unsere Zukunft einer Bande von schießwütigen verantwortungslosen Leuten anvertraut ist“, erklärte Avnery gegenüber dieser Zeitung. Damit habe die Regierung Israels „ein Verbrechen begangen“.

Das prominente Mitglied der Friedensbewegung Gush Shalom sieht Israel auf dem Weg, „alle roten Linien“ zu überschreiten. „Damit werden die wenigen verbliebenen Freunde entmutigt“, betont Avnery, der zugleich die Regierung auffordert, „die Belagerung des Gazastreifens zu beenden, die den Bewohnern nur schweres Leid“ zufüge. Der Friedenspreisträger erinnert an das Oslo-Abkommen vor 17 Jahren. Darin verpflichtet sich Israel, den Hafen von Gaza für einen freien Warenverkehr zu öffnen. Avnery: „Es wird Zeit, diese Verpflichtung zu realisieren.“

Nach heftigen Protesten hat die israelische Regierung alle ausländischen Aktivisten wieder freigelassen. Eine Sprecherin der Gefängnisbehörde teilte mit, 632 internationale Häftlinge seien aus der Haft entlassen worden und auf dem Heimweg.

Auch alle festgenommenen Bundesbürger sind wieder auf freiem Fuß. Wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte, konnten auch die letzten fünf festgehaltenen Bundesbürger am Mittwoch das Gefängnis im israelischen Beerscheva verlassen. Sie wurden zum Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv gebracht, von wo aus sie abgeschoben werden sollten. Ein weiterer Deutscher aus NRW befand sich noch im Krankenhaus in der Nähe von Tel Aviv.

Nachdem sich die USA zunächst zurückhaltend zu dem weltweit kritisierten Einsatz geäußert hatten, sprach sich nun auch US-Präsident Barack Obama für eine Untersuchung aus. In einem Telefongespräch mit dem türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan fordert Obama eine glaubwürdige, unparteiische, transparente Untersuchung. Die UN hat bereits eine solche Untersuchung beschlossen.

Bei dem größten Schiff der gestürmten Flotte handelte es sich um die türkische „Mavi Marmara“.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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