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Gesprächsrunde In Bad Zwischenahn Von Mauerfall bis Merkel-Abschied


Plauderten im Ahrenshof über 30 Jahre Mauerfall: (von links) Gunther Emmerlich, Rudolf Seiters, und Stephan Albani.



Christian Quapp

Plauderten im Ahrenshof über 30 Jahre Mauerfall: (von links) Gunther Emmerlich, Rudolf Seiters, und Stephan Albani.

Christian Quapp

Bad Zwischenahn - 30 Jahre liegt der Fall der Berliner Mauer und damit das Ende der DDR in diesem Jahr zurück. Die CDU Bad Zwischenahn hat sich für die erste Auflage ihres neuen Veranstaltungsformats Talk auf dem Ahrenshof ein besonders geschichtsträchtiges Thema ausgesucht – und zwei Zeitzeugen als Gesprächspartner für den örtlichen Bundestagsabgeordneten Stephan Albani.

Ereignisse vor, während und nach der Wende

Er und die Zwischenahner CDU-Vorsitzende Frauke Tammen begrüßten am Dienstagabend neben zahlreichen Ehrengästen und rund 160 Zuhörern in der Ahrenshof-Scheune den Musiker und Entertainer Gunther Emmerlich und Rudolf Seiters. In lockerer Runde plauderten die drei über die Entwicklung vor während und nach der „Wende“. Besonders Seiters, von 1989 bis 1991 Chef des Bundeskanzleramtes war in den entscheidenden Momenten nah an den Schaltstellen der Macht gewesen. Am 30. September 1989 stand er in der Prager Botschaft neben Hans-Dietrich Genscher, später am 9. November, ist er es, der die erste Regierungserklärung abgibt, nachdem die Mauer gefallen ist, während Bundeskanzler Helmut Kohl sich in Polen aufhielt.

Auch Emmerlich teilte seine Erinnerungen. „Das sich etwas grundlegend ändern würde, ahnte ich schon, als im Juni 89 in Ungarn der Eiserne Vorhang aufgeschnitten wurde,“ erzählte er im Ahrenshof.

Der offene Tresor

Das hätten auch die Sicherheitskräfte der DDR gespürt. Bei einer Konzertreise im Westen habe ihm einer der üblichen Mitreisenden gesagt: „Es fühlt sich an, als würde man vorne einen Geldschrank bewachen, der von hinten schon offen ist“. Den 9. November 89 erlebte Emmerlich in Dresden. Dort hatte er sich mit Kollegen bereits vorher für die Opposition stark gemacht.

Lade ...

Kurze Zeit später sollte Reinhard Mey seinen ersten Auftritt in der DDR in Emmerlichs Fernsehshow „Showkolade“ haben. Was sich in Berlin abspielte sah er den gemeinsam mit Mey in einer Kneipe im Fernsehen. Die Probe am nächsten Tag musste ich mit dem Regisseur alleine machen – alle anderen waren nach Berlin gefahren.“

Aber natürlich ging es im Ahrenshof nicht nur um die Wende-Tage sondern auch um die spätere Entwicklung in den neuen Bundesländern, den Aufsteig von Pegida und AFD und die damit verbundene Diskussion um die Aufnahme von Flüchtlingen.

Deutlich gegen AfD Position bezogen

Gegen die AFD hatte sich der Wahl-Dresdner Emmerlich, vor der Landtagswahl in Sachsen deutlich positioniert und den CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer im Wahlkampf unterstützt. Angela Merkels humanitäre Entscheidung zur Grenzöffnung 2015 sei absolut richtig gewesen, so Seiters. Danach seien in der Öffentlichkeit aber viele Begriffe durcheinander geraten, neben dem Asylrecht gebe es eben auch Schutzbedürftige nach der Genfer Konvention und solche Menschen, die – völlig nachvollziehbar – auf der Suche nach einem besseren Leben nach Deutschland kämen.

Der Staat müsse aber nicht barmherzig sondern gerecht sein, er dürfe die Integrationsfähigkeit der eigenen Gesellschaft nicht überfordern. Und so Seiters: Entscheidungen müssen erklärt und Fehler eingestanden werden. Emmerlich stimmte zu. Es dürfe keine Themen geben, bei denen einige Regierung handelt, die Menschen aber nicht mitnimmt. „Und wir dürfen nicht denen die Themen überlassen, die uns nichts gutes bringen“, so Emmerlich. Wie man Politik richtig erkläre habe Michael Kretschmer in den letzten Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen gezeigt, da waren sich Seiters, Emmerlich und Albani einig. „Er hat den richtigen Ton getroffen, das zeigt der Umschwung nach den schlimmsten Befürchtungen“, so Emmerlich.

Wie geht es nach Merkel mit der CDU weiter?

Der Teil des Abends, bei dem auch das Publikum Fragen stellen sollte, fiel recht kurz aus – nur eine einzige Frage gab es: Wie es denn wohl mit der CDU in der Zeit nach Angela Merkel weiter gehe. Beantworten wollte die Frage keiner der drei Redner auf dem Podium. Rudolf Seiters bemerkte immerhin: Unabhängig davon, wie am in einzelnen Fragen zu ihr steht, Angela Merkel hat eine ganz große Lebensleistung verbracht und ich hoffe, dass sie dafür den verdienten Beifall bekommt.

Bad Zwischenahn - 30 Jahre liegt der Fall der Berliner Mauer und damit das Ende der DDR in diesem Jahr zurück. Die CDU Bad Zwischenahn hat sich für die erste Auflage ihres neuen Veranstaltungsformats Talk auf dem Ahrenshof ein besonders geschichtsträchtiges Thema ausgesucht – und zwei Zeitzeugen als Gesprächspartner für den örtlichen Bundestagsabgeordneten Stephan Albani.

Er und die Zwischenahner CDU-Vorsitzende Frauke Tammen begrüßten am Dienstagabend neben zahlreichen Ehrengästen und rund 160 Zuhörern in der Ahrenshof-Scheune den Musiker und Entertainer Gunther Emmerlich und Rudolf Seiters. In lockerer Runde plauderten die drei über die Entwicklung vor während und nach der „Wende“. Besonders Seiters, von 1989 bis 1991 Chef des Bundeskanzleramtes war in den entscheidenden Momenten nah an den Schaltstellen der Macht gewesen. Am 30. September 1989 stand er in der Prager Botschaft neben Hans-Dietrich Genscher, später am 9. November, ist er es, der die erste Regierungserklärung abgibt, nachdem die Mauer gefallen ist, während Bundeskanzler Helmut Kohl sich in Polen aufhielt.

Auch Emmerlich teilte seine Erinnerungen. „Das sich etwas grundlegend ändern würde, ahnte ich schon, als im Juni 89 in Ungarn der Eiserne Vorhang aufgeschnitten wurde,“ erzählte er im Ahrenshof.

Das hätten auch die Sicherheitskräfte der DDR gespürt. Bei einer Konzertreise im Westen habe ihm einer der üblichen Mitreisenden gesagt: „Es fühlt sich an, als würde man vorne einen Geldschrank bewachen, der von hinten schon offen ist“. Den 9. November 89 erlebte Emmerlich in Dresden. Dort hatte er sich mit Kollegen bereits vorher für die Opposition stark gemacht.

Lade ...

Kurze Zeit später sollte Reinhard Mey seinen ersten Auftritt in der DDR in Emmerlichs Fernsehshow „Showkolade“ haben. Was sich in Berlin abspielte sah er den gemeinsam mit Mey in einer Kneipe im Fernsehen. Die Probe am nächsten Tag musste ich mit dem Regisseur alleine machen – alle anderen waren nach Berlin gefahren.“

Aber natürlich ging es im Ahrenshof nicht nur um die Wende-Tage sondern auch um die spätere Entwicklung in den neuen Bundesländern, den Aufsteig von Pegida und AFD und die damit verbundene Diskussion um die Aufnahme von Flüchtlingen.

Gegen die AFD hatte sich der Wahl-Dresdner Emmerlich, vor der Landtagswahl in Sachsen deutlich positioniert und den CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer im Wahlkampf unterstützt. Angela Merkels humanitäre Entscheidung zur Grenzöffnung 2015 sei absolut richtig gewesen, so Seiters. Danach seien in der Öffentlichkeit aber viele Begriffe durcheinander geraten, neben dem Asylrecht gebe es eben auch Schutzbedürftige nach der Genfer Konvention und solche Menschen, die – völlig nachvollziehbar – auf der Suche nach einem besseren Leben nach Deutschland kämen. Der Staat müsse aber nicht barmherzig sondern gerecht sein, er dürfe die Integrationsfähigkeit der eigenen Gesellschaft nicht überfordern. Und so Seiters: Entscheidungen müssen erklärt und Fehler eingestanden werden. Emmerlich stimmte zu. Es dürfe keine Themen geben, bei denen einige Regierung handelt, die Menschen aber nicht mitnimmt. „Und wir dürfen nicht denen die Themen überlassen, die uns nichts gutes bringen“, so Emmerlich. Wie man Politik richtig erkläre habe Michael Kretschmer in den letzten Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen gezeigt, da waren sich Seiters, Emmerlich und Albani einig. „Er hat den richtigen Ton getroffen, das zeigt der Umschwung nach den schlimmsten Befürchtungen“, so Emmerlich.

Der Teil des Abends, bei dem auch das Publikum Fragen stellen sollte, fiel recht kurz aus – nur eine einzige Frage gab es: Wie es denn wohl mit der CDU in der Zeit nach Angela Merkel weiter gehe. Beantworten wollte die Frage keiner der drei Redner auf dem Podium. Rudolf Seiters bemerkte immerhin: Unabhängig davon, wie am in einzelnen Fragen zu ihr steht, Angela Merkel hat eine ganz große Lebensleistung verbracht und ich hoffe, dass sie dafür den verdienten Beifall bekommt.

Christian Quapp
Christian Quapp Redaktion Westerstede
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