BAD ZWISCHENAHN - Zwei Jahre lang gab es den „Jugendgemeinderat“ am Meer – kürzlich endete die Arbeit des Gremiums. In einer außerordentlichen, nicht öffentlichen Sitzung hatten die neun Mitglieder erklärt, dass sie sich nicht länger in diesem Gremium engagieren könnten. Diese übereinstimmenden Aussagen, die nach einer Diskussion über die zukünftige Arbeit des Gremiums erfolgten, wurden als Rücktritte gewertet, so dass der Zwischenahner Jugendgemeinderat als aufgelöst gilt. Vor zwei Jahren war das Gremium nach Edewechter Vorbild eingerichtet worden; durch Briefwahl hatten junge Leute damals 15 Altersgenossen zwischen 12 und 19 Jahren bestimmt, die „junge Interessen“ in der Kommunalpolitik vertreten sollten. Zeitprobleme durch vielfältige Anforderungen in Schule und durch andere Hobbies, Schwierigkeiten, die vielen Vorlagen der Gemeindeverwaltung zu verarbeiten und zu verstehen, aber auch fehlende Motiviation und zu wenig Engagement der jungen Mandatsträger waren die Gründe, warum das Projekt „starb“.

Die Auflösung dieses Jugendgremiums, über die der im Rathaus zuständige Fachbereichsleiter Wilfried Fischer informierte, sorgte in der jüngsten Sitzung des Zwischenahner Gemeinderates für eine Diskussion. Wolfgang Sindermann (Freie Wähler) sagte, dass sich seine Befürchtungen bestätigt hätten. Man könne jugendpolitisches Engagement nicht erzwingen, in den Familien müssten die Grundlagen für solche Aktivitäten gelegt werden. Das Abenteuer „Jugendgemeinderat“ habe dem Steuerzahler viel Geld gekostet, das man besser in andere Projekte gesteckt hätte. Eine projektbezogene Arbeit von Jugendlichen habe er favorisiert und favorisiere er weiterhin, so Dr. Georg Kolbow (FDP), der wie Sindermann meint, dass die Gemeinde durch das Projekt Jugendgemeinderat „Geld versenkt“ habe. Als wichtigen Lernprozess für alle bezeichneten Barbara Woltmann (CDU) das gescheiterte Projekt. Gegen den Vorwurf, die Gemeinde habe dafür unnötig Geld ausgegeben, verwahre sie sich. Es sei wichtig und richtig, junge Leute politisch einzubinden. Georg Köster (Grüne) verwies darauf, dass man nochmals über eine projektbezogene Mitarbeit von Jugendlichen nachdenken solle, ein Vorschlag, der vor zwei Jahren als zu kompliziert verworfen worden war. Wie Fachbereichsleiter Fischer ausführte, werde die Verwaltung nun mit ehemaligen Jugendgemeinderatsmitgliedern einen Vorschlag erarbeiten, wie künftig jugendpolitische Arbeit am Meer aussehen könne.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede