BAD ZWISCHENAHN - Alles lief am Sonntagabend wie am Schnürchen: Heidi Schüll, die die Organisation der Landtagswahl im Zwischenahner Rathaus leitete, konnte ca. eineinhalb Stunden nach Schließung der 33 Wahllokale ihre Schnellmeldung mit dem Gesamtergebnis für die Gemeinde Bad Zwischenahn per Fax an den Kreiswahlleiter übermitteln. Immerhin machten in der größten und einwohnerreichsten Gemeinde des Ammerlandes fast 13 000 der 21 753 Wählerinnen und Wähler von ihrem Stimmrecht Gebrauch, was einer Wahlbeteiligung von 59,70 Prozent entspricht.
Für den alten und neuen CDU-Landtagsabgeordneten Jens Nacke gaben 5715 Zwischenahner ihre Stimme ab, für Sigrid Rakow (SPD) waren es 4051. Dr. Georg Kolbow holte für die FDP 1192 Erststimmen, für Friedrich Haubold (Bündnis 90/Die Grünen) waren es 982. Und den Kandidaten der Partei Die Linke, Hans-Wolfgang Woltemade, wählten 724 Zwischenahner. Die kleineren Parteien rangieren in Bad Zwischenahn unter ferner liefen: Auch das Ergebnis der NPD mit 128 Zweitstimmen spielte keine Rolle.
Sein bestes Ergebnis erzielte Jens Nacke im Wahlbezirk 1, Aschhausen, wo er 59 Prozent der Stimmen erhielt. Sigrid Rakows bestes Ergebnis war im Wahlbezirk 28, Rostrup, zu finden, wo sie 41 Prozent erreichte. Und Dr. Georg Kolbow setzte mit 16 Prozent in Ofen (Wahlbezirk 32) ein Zeichen. Friedrich Haubolds bestes Ergebnis wurde in Helle (Wahlbezirk 14) mit 15,6 Prozent registriert.
Wie kommt es, dass die Fernsehanstalten bereits kurz nach Schließung der Wahllokale Prognosen und Hochrechnungen veröffentlichen, die dem Endergebnis sehr nahe kommen? Eine Antwort auf diese Frage bekamen Wählerinnen und Wähler des Wahlbezirks 25 in Petersfehn. „Wir bitten um Ihre anonyme Mithilfe für die Wahlergebnisse, die heute Abend im ZDF gesendet werden.“ Für die Forschungsgruppe Wahlen, seit 25 Jahren Partner des ZDF, richteten Maren Stolle und Matthias Koch diesen Satz an jeden dritten Wähler in der Grundschule. Auf einem Fragebogen wurde festgehalten, welchem Kandidaten die Erststimme gegeben wurde, und welche Partei die Zweitstimme erhielt. Auch wurde ermittelt, welche Partei bei der letzten Landtagswahl von dem Befragten gewählt wurde. Zum Schluss mussten Fragen nach dem Alter und Geschlecht beantwortet werden. Und dann wurden diese Informationen telefonisch an die Zentrale der Forschungsgruppe gemeldet. Etwa 15 hätten sich geweigert, Auskunft zu geben, stellten
Maren Stolle und Matthias Koch nach Abschluss der Befragungen um 17.45 Uhr fest. Allgemein hätten die Petersfehner jedoch nett und höflich reagiert, betonten beide.
