BAD ZWISCHENAHN - Dass in der Sache nochmals hart gestritten wurde, war am Dienstagabend zu erwarten. Dass die Sitzung des Gemeinderates allerdings auch noch zu einer persönlichen Abrechnung wurde, nicht unbedingt.
UWG-Ratsherr Egon Oetjen erhielt für seinen Beitrag zwar hie und da zustimmenden Applaus aus dem Publikum. Vor allem aber zog er sich den Unmut seiner Ratskollegen, besonders derer der CDU-Fraktion, sowie der Verwaltungsspitze zu. Erstere hatte Oetjen mit angeblichen im Ort kursierenden Gerüchten konfrontiert, die Fraktionsfahrt ins Upstalsboom-Hotel in Kühlungsborn sei nicht aus der Fraktionskasse bezahlt worden. Die Verwaltung griff er wegen mangelndem Einsatz für Einheimische und die Jugend an. Ob die Frage: „Was tun wir für die einheimische Bevölkerung, was für die Jugend?“ nun allgemein gemeint war, wie Bürgermeister Arno Schilling es verstanden hatte, oder speziell auf die Nachnutzung, wie Oetjen es gemeint haben wollte, war nachträglich nicht mehr zu klären.
Empörung bei CDU
Von allen Parteien zurückgewiesen wurde auch Oetjens Verdächtigung „die Sache ist gesteuert worden. Die Frage ist nur, wer steuert.“ CDU-Ratsherr Gerhard Langner wies Gerüchte und Anschuldigungen entschieden zurück: „Es ist unerträglich, wenn Kollegen falsche Verdächtigungen vorbringen. Wir machen unsere Arbeit auf ehrlichste Art und Weise.“ Und CDU-Fraktionschef Jochen Finke ergänzte: „Wir sind mit der Fraktion gefahren. Upstalsboom hat uns in keinster Weise eingeladen oder auch nur etwas eingeschenkt.“ Auch der Bürgermeister wies „Anschuldigungen, es sei nicht sauber gelaufen, mit aller Entschiedenheit zurück“. Die Verwaltung habe keinen Bewerber bevorzugt. „Das Verfahren ist in aller Objektivität auch im Rat durchgeführt worden.“
„Kein Wettbewerbshüter“
Aber es wurde auch noch inhaltlich diskutiert: Schilling betonte, dass der Rat keinen Betreiber beschließe, sondern ein Konzept. Und er verwies auf die Marktwirtschaft: „Die Gemeinde ist kein Wettbewerbshüter. Das gilt auch für den touristischen Bereich.“ Bestätigung kam von Maria Bruns (CDU): „Der Rat muss die Einzelinteressen hören und abwägen.“ Entscheiden müsse das Gremium aber zum Wohl des ganzen Ortes.
Während CDU und SPD (wie berichtet) ihre Beweggründe für Bona vorgetragen hatten, kam von den kleineren Fraktionen Kritik an dieser Entscheidung und am Verfahren. So riet Petra Müller (Grüne) zum Neustart unter Beteiligung von Bürgern und Tourismusbranche, da das für eine Entscheidung wichtige „gute Konzept“ fehle. Georg Kolbow (FDP) sah ein solches am ehesten bei Schwebo/Steigenberger, Wolfgang Sindermann (Freie Wähler) bei Abalio. Auch er kritisierte „ein unglückliches bis überhebliches Verhalten der Verwaltung“ und eine „völlig unnötige Beschlussvorlage“.
