BAD ZWISCHENAHN - Das Konzept mit den meisten Betten hat den Zuschlag erhalten. Mit den Stimmen der CDU sowie der SPD (bei einer Nein-Stimme) hat der Gemeinderat am Dienstagabend den Weg frei gemacht für den Verkauf des Geländes des früheren Bundeswehrkrankenhauses in Rostrup und für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes. Der Verkauf selbst obliegt der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima).

Nach mehr als zweistündiger Debatte stimmten 24 Ratsmitglieder für das Konzept der Bona Verwaltungs- und Besitzgesellschaft, die mit dem Betreiber Upstalsboom ein Hotel samt Appartement- und Ferienhäusern mit insgesamt 948 Betten plant. Ulrike Boelsen (SPD) sowie FDP (die sich mit einem Antrag für das Schwebo/Steigenberger-Konzept nicht durchsetzen konnten), Grüne (die mit dem Antrag das Verfahren zu stoppen ebenfalls scheiterten) und Freie Wähler folgten dem Beschlussvorschlag nicht, Egon Oetjen und Jürgen Köster (beide UWG) hatten den Saal vor der Abstimmung verlassen.

Rund 100 Besucher hatten in der Querensteder Mühle die Diskussion verfolgt, in der alle Fraktionen nochmals ihre Beweggründe darlegten. „Bona hat architektonisch und landschaftsbildlich das passende Gesamtkonzept“, fasste CDU-Fraktionschef Jochen Finke die Meinung der Christdemokraten zusammen. Hermann Peters (CDU) betonte, dass keine Ratsentscheidung in den vergangenen 15 Jahren so umfassend vorbereitet worden sei. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Detlef Dierks hob hervor, dass es nach langer öffentlicher Planung jetzt eine „gute Planung, einen Investor und Betreiber gebe, die wir nicht verprellen wollen“. Fraktionskollege Karl-Heinz Hinrichs betonte, dass die Verträglichkeit des Konzeptes durch das IFT-Gutachten belegt sei. Die Untersuchung prognostiziere sogar „einen deutlichen Wachstumsschub mit neuen Arbeitsplätzen“, die Umsetzung des Konzeptes sei mithin „ein Beitrag zur Zukunftssicherung“.

Auch FDP-Fraktionschef Dr. Georg Kolbow verteidigte grundsätzlich eine touristische Nutzung: „Das Eckwertepapier war öffentlich seit 2008. Kritik in großem Maße hat nicht stattgefunden.“ Inhaltlich votierte er allerdings eindringlich für Schwebo. Bei diesem Konzept werde der Landschaftsschutz besser eingehalten und es habe durch die stärkere Betreibermarke, mehr Zusatzangebote und ein größeres öffentliches Angebot ein höheres Differenzierungspotenzial. Wie auch Grüne, UWG und Freie Wähler bemängelte er die „fehlende Bürgerbeteiligung im Sinne der Agenda“.  

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)