Bad Zwischenahn - Die Gemeindeverwaltung Bad Zwischenahn soll nach Flächen suchen, die sich eignen, um einen „Bürgerwald“ anzulegen. Dafür hat sich der Ausschuss für Planung-, Entwicklung und Umwelt am Montagabend ausgesprochen und damit einen Antrag der Bad Zwischenahner SPD unterstützt. Aber warum braucht Zwischenahn einen neuen Wald? Fragen und Antworten:
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Was soll der neue Wald bringen |
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Die SPD will mehrere Ziele erreichen. Der neue Wald soll als Ausgleichsfläche dienen. Wenn für Neubauten Bäume gefällt werden, können diese durch die Bäume im neuen Wald ersetzt werden. Diese könnten dort quasi „auf Vorrat“ gepflanzt werden. Ein solcher Wald, so die SPD, zeige jedem Bürger deutlich sichtbar, dass für die Zerstörung von Natur auch ein entsprechender Ausgleich geschaffen wird. Als positiver Nebeneffekt, so die SPD, könne der Wald Erholungsfläche sein. Auch eine Freilauffläche für Hunde oder ein Bestattungswald könnten integriert werden. Als Vorbild nannte Frank Arntjen das Eversten Holz in Oldenburg.
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Werden Ausgleichsflächen gebraucht |
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Ganz akut eigentlich nicht. Gemeinsam mit Edewecht und Westerstede hat die Gemeinde Bad Zwischenahn sogenannte Pool-Flächen im Fintlandsmoor. Dort wurden die Naturschutzgebiete Dänikhorster Moor und Fintlandsmoor durch Flächenankäufe verbunden und die Naturschutzflächen deutlich erweitert.
Von diesen Maßnahmen zehren die drei Städte und Gemeinden jetzt, wenn sie die für viele Baumaßnahmen vorgeschriebenen Ausgleichsflächen brauchen. Diese Flächen werden noch für sechs bis sieben Jahre ausreichen. Allerdings: Im Moor werden keine neuen Bäume gepflanzt und nach Meinung vieler Lokalpolitiker bekommt von den Verbesserungen für die Natur dort kaum ein Mensch etwas mit.
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Gibt es Alternativen zu Wald und Moor |
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Die gibt es. In der Sitzung wies Carsten Meyer für die Verwaltung darauf hin. Zum einen solle schließlich die Gewässerqualität des Zwischenahner Meeres verbessert werden. Auch böte sich die Renaturierung von Bächen und Wasserläufen an. Zudem habe Bad Zwischenahn in der Vergangenheit bereits Waldflächen verbessert, unter anderem in Westerholtsfelde.
Und Bürgermeister Arno Schilling wies darauf hin, dass die Waldfläche in Niedersachsen und auch im Ammerland seit Jahren zunimmt. Die Gemeinde sei nicht arm an Wald. Und es sei auch sicher nicht einfach, überhaupt geeignete Flächen zu finden, die dann auch zum Verkauf stehen.
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Wer spricht für den neuen Wald |
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Alle Parteien wollen am Fintlandsmoor als Ausgleichsfläche festhalten. Es komme aber auch eine Zeit, wenn die Flächen dort aufgebraucht seien, meinte Frank Arntjen. Daran solle man schon jetzt denken. Das sahen auch Ludger Schlüter (Grüne) und Gunda Bruns (ÖDP) ähnlich. „In zehn Jahren sind die nötigen Flächen vielleicht nicht mehr da“, meinte Peter Wengelowski (SPD). Jan Hullmann (Die Zwischenahner) war ebenfalls für den Antrag, wünscht sich aber auch, dass in den Siedlungsgebieten mehr Bäume gepflanzt werden, auch auf Privatgrundstücken. Für die CDU zeigte sich Maria Bruns zunächst eher skeptisch, die Union stimmte schließlich aber, wie alle Fraktionen, für den Antrag der SPD.
