Bad Zwischenahn - Schon lange hatte es in Bad Zwischenahn den Wunsch nach einem Beratungsangebot für Flüchtlinge gegeben. Es fehlte die Möglichkeit für Betroffene, in vertraulicher Atmosphäre über Probleme zu sprechen oder um Hilfe in persönlichen Angelegenheiten bitten zu können. Aus diesem Grund startete die Gemeinde im April ein Pilotprojekt, um genau das zu ändern.

Doch was ist draus geworden? Wie läuft die Beratung? Wird sie angenommen? Die NWZ hat nachgefragt und bei Menal Challal erfahren, dass das Angebot hervorragend angelaufen ist.

Doch der Reihe nach: Menal Challal ist 2003 aus Syrien nach Deutschland gekommen, spricht arabisch, kurdisch und deutsch. Sie war bereits ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe und als Dolmetscherin aktiv und wurde zum 1. März bei der Gemeinde Bad Zwischenahn angestellt. Als Mutter von drei Kindern weiß sie auch um die Unterschiede in der Erziehung zwischen den verschiedenen Kulturen und kann vermittelnd wirken.

Gemeinsam mit der ehrenamtlichen Betreuerin Sabine Fischer bietet sie jetzt immer am Freitag von 9 bis 12 Uhr eben jene Sprechstunde an, die für Flüchtlinge bestimmt ist – und zwar in den Räumen der Seniorenbegegnungsstätte im Keller des Alten Kurhauses.

„Es läuft wirklich gut“, so Menal Challal. „Wir haben gut zu tun, vor allem Frauen kommen zu uns.“ Ob Probleme beim Ausfüllen von Anträgen, Fragen rund um Kindergarten oder Schule – wer Hilfe benötigt, wendet sich an die Berater der Gemeinde. „Wir haben nicht erwartet, dass es so gut läuft“, gesteht die gebürtige Syrerin. Doch die Flüchtlinge seien gut vernetzt, es habe sich rasch herumgesprochen, dass die Gemeinde ein neues Hilfsangebot geschaffen hat, um aufkommende Fragen zu klären.

Das Prinzip der Beratung ist einfach: Jeder, der Hilfe sucht, kann einfach ohne Anmeldung vorbeischauen. Und auch telefonisch ist Menal Challal in der Gemeindeverwaltung erreichbar, so dass jederzeit ein Ansprechpartner vor Ort ist.

Doch auch ihre Kollegin Sabine Fischer verfügt über Erfahrung in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit. Ihr hatte es zum Start des Pilotprojekts vor allem daran gelegen, Frauen anzusprechen –das, so zeigt die erste Bilanz, ist sehr gut gelungen.

Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord