BAGDAD/BERLIN - BAGDAD/BERLIN/AFP/DPA - Die Bundesregierung sucht weiterhin intensiv nach einem Kontakt zu den Entführern der im Irak verschleppten Susanne Osthoff. Trotz intensiver Bemühungen sei es bislang nicht gelungen, ein Lebenszeichen zu erhalten, sagte am Montag ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Osthoff war gemeinsam mit ihrem irakischen Fahrer am 25. November auf dem Weg nach Arbil in der nördlichen Irak-Provinz Ninive von Unbekannten verschleppt worden. Die Entführer forderten die Bundesregierung in einem Video auf, die Zusammenarbeit mit dem Irak zu beenden.

Nach dem Verschwinden eines weiteren westlichen Ausländers im Irak wird in Sicherheitskreisen eine konzertierte Aktion von Entführungen vor den Parlamentswahlen am 15. Dezember nicht ausgeschlossen. In Bagdad wurde ein Franzose verschleppt. Zusammen mit zwei Kanadiern, einem Briten und einem US-Bürger, die als Menschenrechtsaktivisten im Land tätig waren, hat sich die Zahl der gekidnappten Ausländer damit innerhalb einer Woche auf sechs erhöht.

Der Fall der 43-jährigen deutschen Archäologin wird möglicherweise den Gipfel der Islamischen Staaten am 7. und 8. Dezember in Mekka beschäftigen. In einem Brief bat der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Nadeem Elyas, „um Intervention aller Staatsoberhäupter zur Freilassung von Frau Susanne Osthoff und ihrem Fahrer“.