Berlin - Im Skandal um ausspionierte Geheimdossiers des Bundesgesundheitsministeriums hofft Minister Daniel Bahr (FDP) auf schnelle Aufklärung. „Ich bin stinksauer über solche kriminelle Energie“, sagte Bahr am Mittwoch in Berlin. Ein Lobbyist aus dem Umfeld der Apotheker soll mit einem Komplizen, einem externen IT-Beschäftigten, gegen Geld Gesetzentwürfe im Frühstadium und andere sensible Daten aus Bahrs Ressort beschafft haben.

„Es ist der Verdacht auf Bestechung und Diebstahl“, sagte Bahr. „Insofern ist es keine Lappalie.“ Es sei gut, dass die Staatsanwaltschaft zügig ermittle. Wichtig sei eine schnelle Aufklärung darüber, wer sich zu welchem Zweck schuldig gemacht habe. „Das ist ein Unding. Wenn sich das bestätigt, ist es auch eine ganz große Sauerei.“

Besonders gewundert habe er sich, dass bei der Gesetzgebung im Arzneimittelbereich Texte in der Öffentlichkeit bekanntgewesen seien, bevor er selbst sie gesehen habe. Nach rund zwei Jahren habe er Anfang September einen konkreten Hinweis erhalten und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Der IT-Spezialist habe mittlerweile Hausverbot.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hat mit der Affäre nach eigenen Angaben nichts zu tun. „Wir gehen davon aus, dass sich der bestehende Verdacht nur gegen Einzelne richten kann“, sagte der designierte Präsident Friedemann Schmidt.