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Kandidatur Mit Selbstbewusstsein in den Rat

Heinz-Josef Laing

BARßEL - Am 15. August wird er 18 Jahre alt. Damit erfüllt er eine der entscheidenden Bedingungen, um sich um einen Sitz im künftigen Rat der Gemeinde Barßel zu bewerben. Der – noch – 17-jährige Fabian Schwarzbach aus der Pappelstraße in Reekenfeld ist der jüngste Einwohner der Gemeinde, der am 11. September als Kandidat bei den Kommunalwahlen antritt. An Selbstbewusstsein mangelt es dem Schüler nicht: „Wir brauchen mehr Angebote für junge Leute. Das beschränkt sich hier in Reekenfeld und Elisabethfehn auf die Möglichkeiten im Sportverein.“

„Noch viel lernen“

Fabian Schwarzbach war bislang ein eher unpolitischer junger Mann. Das soll sich nun ändern. Zur Ratskandidatur kam der Schüler ganz überraschend. Seine Freundschaft zum gleichaltrigen Sohn von Ratsmitglied Johannes Loots aus Barßelermoor ebnete den Weg in die Kommunalpolitik. Fabian Schwarzbach wurde in der vergangenen Woche von Loots, der für die Bürger-Fraktion Barßel (BFB) im Rat und im Cloppenburger Kreistag sitzt, auf eine mögliche Bewerbung für den Gemeinderat angesprochen. Im Gespräch kam man sich schnell näher. Schwarzbach: „Die Bürger-Fraktion will sich stärker für die Interessen von jungen Leuten einsetzen.“ Da habe er zugesagt.

Weil er sich bislang mit der Kommunalpolitik noch nicht viel beschäftigt hat, weiß der Schüler aus Reekenfeld, muss er im Fall seiner Wahl in der Gemeinderat noch sehr viel lernen. Doch damit hat er kein Problem. Mit dem Schulbesuch sei sein Engagement zudem wohl vereinbar. Fabian Schwarzbach besucht die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Friesoythe. Dort absolviert er eine zweijährige Ausbildung zum staatlich geprüften kaufmännischen Assistenten für Wirtschaftsinformatik. Zuvor hatte er an der Realschule in Barßel seine Mittlere Reife erlangt. Nach dem Ende der BBS-Ausbildung strebt der Reekenfelder eine Ausbildung zum Industriekaufmann an – und will in der Region bleiben. Die Bundeswehr ist für ihn kein Thema.

In seiner Freizeit betätigt sich der 17-Jährige sportlich. Hat er zunächst beim Sportverein Viktoria Elisabethfehn Fußball gespielt, so ist er dort kürzlich in die Volleyballabteilung gewechselt. Aktuell ist er damit beschäftigt, seinen Führerschein zu machen. Fabian Schwarzbach: „Den möchte ich schon zu meinem Geburtstag haben.“

Junge Leute ansprechen

Im Freundes- und Bekanntenkreis will er um Stimmen werben, alle Altersgruppen ansprechen. Auf die Frage nach Bereichen, um die er sich im Falle seiner Wahl kümmern will, antwortet Fabian Schwarzbach bereits mit einem ersten Vorschlag: Der Kinderspielplatz in der Reekenfelder Wohnsiedlung sei verwahrlost und nicht mehr intakt, obwohl viele Familien mit kleinen Kindern in der Gegend wohnen. Fabian Schwarzbach: „Ich habe drei kleine Geschwister, die den Kinderspielplatz vermissen, das geht vielen anderen Familien hier ebenso.“

Außerdem wolle er junge Leute ansprechen, weil für die Jugendlichen in Reekenfeld und Elisabethfehn „zu wenig“ angeboten werde. Man treffe sich eher im privaten Kreis und habe keine anderen Möglichkeiten.

Warum er sich der Bürger-Fraktion angeschlossen hat und keiner der etablierten Parteien, erklärt Fabian Schwarzbach schlüssig: „Da bin ich frei in meinem Abstimmungsverhalten. Würde ich für eine Partei antreten, müsste ich mich immer der Mehrheitsmeinung anschließen. Da bin ich dann lieber bei den Unabhängigen.“

Sollte er in gut zwei Monaten in den Rat gewählt werden, würde Fabian Schwarzbach seinem inzwischen verstorbenen Urgroßvater Heinz Grünfeld nacheifern. Der saß nämlich über viele Jahre für die Sozialdemokraten im Barßeler Rat.

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