Barßel - Eines ist sicher: 2020 und 2021 wird sich das Gesicht des Theodor-Klinker-Platzes in Barßel ändern. Dort, wo jetzt noch das Gebäude der Awo steht, soll in genau diesen Jahren ein neues sogenanntes Bürgerhaus mit Verwaltungstrakt entstehen, welches dann das alte bestehende Rathaus ersetzen soll. Nur wie das neue Bürgerhaus aussehen soll, steht noch nicht fest. Das ist die Aufgabe der Architekturbüros, die sich auf den öffentlichen Wettbewerb beworben haben. Neben sechs durch Ratsbeschluss gesetzten Büros wurden am Freitag im Barßeler Rathaus 14 weitere Kandidaten für den Wettbewerb gezogen.
„Die Anzahl an Bewerbungen ist für eine kleine Gemeinde wie Barßel schon recht spektakulär. Es sind 142 Bewerbungen bei uns eingegangen“, sagt Christine Müller von der Oldenburger Planungsgesellschaft NWP, die den Wettbewerb für die Gemeinde Barßel organisiert. Berlin, Hamburg, Stuttgart, Köln, Hannover, München, aber auch aus Madrid, Wien und den Niederlanden kamen die Bewerbungen: „Eine wirklich gute Bandbreite, die sehr gut verteilt ist.“
Zusammen mit Michael Sope, Erster Gemeinderat, zog Bürgermeister Nils Anhuth dann die 14 Kandidaten aus der Lostrommel. So gehört jetzt neben Bewerbungen aus München und Stuttgart auch ein Entwurf des Architektenbüro „K3 Kramer“ aus Friesoythe zu den 20 Kandidaten für das Preisgericht. „Ich glaube, mit diesen 20 Kandidaten können wir hier wirklich etwas qualitativ Wertvolles schaffen“, freute sich Nils Anhuth nach der Ziehung. Neben den 14 Kandidaten wurden auch gleich zehn Ersatzkandidaten gezogen, falls noch ein Büro absagen sollte.
Im Januar findet dann in Barßel ein Colloquium statt, in dem für alle 20 Kandidaten die letzten offenen Fragen geklärt werden können. Am 8. Mai 2019 soll dann das Preisgericht tagen. Zu diesem gehören neben fünf Fachpreisrichtern – allesamt Architekten – auch vier Sachpreisrichter. Sachpreisrichter sind Bürgermeister Nils Anhuth und jeweils ein Vertreter der Ratsfraktion CDU, SPD und Bürgerfraktion/Grüne. „Alle 20 Entwürfe der Kandidaten sollen auch als Modell an einem Ort in der Gemeinde gezeigt werden. So kann sich jeder Bürger ein Bild der Vorschläge machen“, sagte Anhuth. Ebenfalls sollen die Protokolle des Preisgerichts im Nachhinein einsehbar sein, und so soll jeder Bürger nachvollziehen können, warum die Richter sich für das jeweilige Objekt entschieden haben.
Doch die Architekten müssen nicht nur das Gebäude planen, sondern auch die Außenbereiche des neuen Bürgerhauses sind in den Entwurf mit einzuarbeiten. Außerdem wurde für den Wettbewerb ein Preisgeld festgelegt. „Der Erstplatzierte bekommt 15 000 Euro, der Zweite 8000, der Dritte 4000 und der Vierte und Fünfte jeweils 1500 Euro als Preisgeld“, so Müller.
„Das Gute an dem neuen Ort für das Bürgerhaus ist, dass wir uns auch durch die parallele Nutzung des alten Gebäudes eine teure Container-Unterbringung sparen“, so Anhuth weiter.
