Oldenburg - Die Heimat zu verlassen, zu fliehen und in einem neuen Land Fuß zu fassen, das ist mit viel Arbeit verbunden und zehrt an den Kräften der Betroffenen. Um sich zu integrieren, bedarf es Hilfe und Menschen, die einem beistehen. Rund 20 Flüchtlinge aus Barßel waren am Dienstag zu Besuch in Oldenburg, um ihr neues Zuhause im Norden Deutschlands besser kennen zu lernen.
Zunächst waren sie zu Gast in der Maryam Moschee an der Alexanderstraße. Der Vorstandsvorsitzende des Islamischen Kulturvereins, Ahmed Hazzaa, freute sich über die vielen neuen Gesichter: „Die Flüchtlinge sollen wissen, dass sie bei uns willkommen sind und wir immer ein offenes Ohr für ihre Sorgen haben.“ Aber auch Integrationshilfe möchte er leisten. „Sie sollen die deutsche Sprache lernen und wissen, wie sie das Bildungsangebot nutzen, um sich später eine Arbeit suchen zu können.“
Organisiert wurde der Ausflug von Herbert Fassio, Lehrer und Betreuer der Flüchtlingsgruppe aus Barßel. „Wir wollen ihnen die gute Zusammenarbeit zwischen den Religionsgemeinschaften zeigen. Außerdem ist diese Moschee in Oldenburg eine der wenigen in der Nähe von Barßel, in der arabisch gesprochen wird.“
Bei Kaffee und Kuchen herrschte eine lockere und heitere Atmosphäre zwischen allen Anwesenden. Bierbänke wurden im Gebetsraum aufgebaut, damit sich alle in Ruhe unterhalten konnten.
Hazzaa und sein Vorstandskollege Zama Syed sprachen in ihrer Willkommensrede über das gute Zusammenleben von verschiedenen Nationalitäten. Jeder sei eingeladen, die Maryam Moschee zu besuchen. Nicht nur Muslime sind in der Moschee gerngesehene Gäste, auch Anhänger anderer Religionen dürfen zu Gesprächen kommen. „Durch den Dialog und die Begegnungen wollen wir den Vorurteilen entgegenwirken“, sagt Hazzaa.
Nach einer Stunde ging es für die Flüchtlingsgruppe weiter ins Stadtzentrum. Die Lambertikirche wurde besucht, wie auch das Flüchtlingscafé Ibis und das Jesidische Zentrum.
Zum Abschied sagte Hazzaa: „Ihr seid mit Schwierigkeiten gekommen, aber ihr seid hier! Ich wünsche euch allen nur das Beste.“
