Nordenham - Der 5 mal 80 Meter große Geländestreifen am Ahnering in Abbehausen wird nicht verkauft: Das hat der Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft und Energie am Mittwochabend beschlossen.

Sieben Ratsmitglieder stimmten gegen den Verkauf, nur zwei waren dafür. Die meisten Anwohner wird es freuen: Sie hatten sich für den Erhalt ausgesprochen, weil der besagte Grundstücksstreifen zu der Grünanlage am ehemaligen Klärwerk gehört und dicht mit Bäumen bewachsen ist. Anwohner Horst Schnier hatte aus Protest eine Unterschriftensammlung gestartet und rund 170 Unterschriften zusammenbekommen (die NWZ  berichtete). Der Eigentümer des angrenzenden, recht schmalen Bauplatzes hatte sich um diese Fläche bemüht, weil der Bauplatz nur etwa 14 Meter breit ist.

Christian Schöckel (SPD) hob die Bedeutung des einzigen Parks in Abbehausen für die Bürger hervor. „Wenn wir den Streifen abgeben, bleibt von der Baumreihe kaum noch etwas übrig“, sagte er. Parteikollege Manfred Brunßen pflichtete ihm bei: „Ich halte es nicht für legitim, den Streifen abzuholzen. Wenn der Eigentümer Probleme hat, Grenzen einzuhalten, gibt es andere Möglichkeiten.“

Horst Rebmann (FDP) hatte hingegen darum gebeten, der Entscheidung des Abbehauser Ortsrates zu folgen. Dieser hatte sich mit 9:6 Ja-Stimmen für den Verkauf ausgesprochen. „Die SPD tritt den Ortsrat mit Füßen“, sagte er. Der Vorsitzende des Ausschusses, Hajo Janßen (Grüne), wies ihn darauf hin, dass es sich hierbei lediglich um eine Empfehlung handele. Auch die Aussage von Peter Möllenbeck (CDU) konnte die Ausschussmitglieder nicht umstimmen: „Ich habe nur Gestrüpp gesehen. Es würde dem Park gut tun, wenn etwas Luft reinkommt.“

Bevor die Sitzung im Ratssaal begann, waren die Politiker vor Ort gewesen. Außer der Fläche am Ahnering hatten sie sich auch diverse Bäume im Stadtsüden und in Abbehausen angeguckt.

Das Fällen von zwei Bäumen in der Edo-Boling-Straße wurde abgelehnt, es erfolgt stattdessen ein Pflegeschnitt. Auch die Krone einer Esche in der Butjadinger Straße wird beschnitten.

Um Schäden an der Schule Abbehausen zu verhindern, werden zwei Nadelgehölze gefällt. Eine Anwohnerin in der Hermann-Löns-Straße muss derweil versuchen, ihre Auffahrt so anzulegen, dass die dort stehende Erle erhalten bleiben kann.

Das Beschneiden von drei Ahornbäumen in der Magdalenenstraße wurde abgelehnt. Um einer Unfallgefahr entgegenzuwirken, werden drei Bäume und eine Fichtengruppe im Hausgarten der Schule Nord gefällt. Das Fällen von zwei Buchen in der Pestalozzistraße wurde abgelehnt.

Auch die Lärmbelästigung durch Krähen im Plaatweg kam zur Sprache. „Es muss ein Schallgutachten vorliegen“, sagte Harald Unland vom Amt für Baumanagement der Stadtverwaltung. Die Untere Naturschutzbehörde sei bereit, im Falle einer Lärmbelästigung zu helfen. Die Krähen könnten dann umgesiedelt werden.